Claras Welt

Rusty_Cans

Wie ist das jetzt mit Urban Mining? Gibt es das überall, hat es auch Nachteile? Und wozu das ganze eigentlich? Clara ist vierzehn, sie lebt in Deutschland und besucht eine Montessori Schule. Und sie will wissen, was es mit diesem Begriff auf sich hat, von dem sie schon so viel gehört hat. Clara hat eine Frage.

Für eine Facharbeit hat Clara Urban Mining als Thema gewählt. Sie beginnt zu recherchieren, liest vieles und findet doch nicht auf alle ihrer Fragen auch Antworten. Dann stößt sie auf einen Blog. Einen ganz bestimmten. Clara fragt, ob man ihr hier vielleicht weiterhelfen kann und das Team von urbanmining.at macht das natürlich gerne.

Wir wollen an dieser Stelle ein paar der vielen Fragen von Clara aufgreifen und zu beantworten versuchen.

Viele offene Fragen, wo also beginnen? Am besten am Ende. Bei einer leeren Dose.

Fast jeder trinkt ab und zu aus einer Dose. Diese Dose besteht meistens aus Aluminium. Ausgangsmaterial hierfür ist das Erz Bauxit. In hundert Kilo abgebautem Erz findet man etwa ein bis drei Kilo Metall. Der Abbau ist aufwendig, teuer und belastet die Umwelt. Die leere Dose hingegen besteht schon zu hundert Prozent aus Aluminium. Das muss man nicht mehr abbauen. Das muss man nur wiederverwerten. Gewinnt man Aluminium aus Altaluminium, spart das zudem bis zu 95 % der Energie ein, die für die Neugewinnung notwendig wäre.

Man kann die leere Dose also entweder als Abfall oder als Rohstoff betrachten. In der Hand hat man in beiden Fällen eine leere Dose. Recycling ist ein Teil von Urban Mining, aber eben nur ein Teil davon.

Wer hat’s erfunden?

Urban Mining ist in erster Linie eine Idee, ein Gedanke. Unsere Städte sind wie Minen, wie Bergwerke, voller Rohstoffe, die sich in Gebäuden, Gegenständen, Geräten und Fahrzeugen verstecken. Rohstoffe, die wertvoll sind. Zu wertvoll, um sie einfach ungenützt herumliegen zu lassen. Deshalb müssen Technologien entwickelt werden, um herauszufinden, wo welche Rohstoffe liegen, und wie sie möglichst effizient und systematisch rückgewonnen werden können.

In den 1980ern kam die Idee, Städte als Rohstofflager zu betrachten und entsprechend zu nutzen, zum ersten Mal auf. Bis es aber wirklich so weit sein wird, dass alle Ideen der Forscher umgesetzt werden können, wird es wohl noch eine Weile dauern.

Ein möglicher Weg liegt dabei in der Erstellung digitaler Rohstoffkarten. Wird heute eine Fabrik gebaut, steht sie sechzig, vielleicht siebzig Jahre lang. Dann wird sie abgerissen. Rohstoffkarten bzw. Gebäudepässe sollen aufzeigen helfen, wo welcher Rohstoff in welcher Menge verbaut wurde.

Wie aber wird es weitergehen?

Prognosen abzugeben, ist schwierig. Urban Mining funktioniert als attraktives Konzept, als wirkliche Alternative erst, wenn es auch wirtschaftlich rentabel ist. Solange die Förderung von Primärrohstoffen günstiger ist als die Gewinnung von Sekundärrohstoffen, wird Urban Mining nicht in das Bewusstsein der Allgemeinheit dringen. Andernorts fehlen zudem einfach noch die technischen Voraussetzungen, um alle Ideen, die es heute schon gibt, wirklich umsetzen zu können.

Niemand kann genau sagen, wie die Welt in zwanzig Jahren aussehen wird. Welche neuen Probleme wir bewältigen werden müssen. Und welche Technologien uns dabei helfen werden. Urban Mining kann auch nur ein Teil eines großen Ganzen sein.

Eines aber wird sich, da sind wir uns sicher, nicht ändern. Die Notwendigkeit, die richtigen Fragen zu stellen. Danke Clara.

 

 Bildquelle: Shutterstock

 

Clara’s World

How does it work, this Urban Mining? Does it exist everywhere? Are there any disadvantages associated with it? And why go through all the trouble anyway? Clara is fourteen, she lives in Germany and attends a Montessori school. She wants to know more about this term she has heard so much about. Clara has a question.

Clara has chosen Urban Mining as the topic for her research paper. She begins researching. However, even after a lot of reading, she does not find the answers to all of her questions. Then she comes across a blog, a very specific blog. Clara asks if she could possibly have some support finding the answers to her questions here. The team at urbanmining.at is happy to oblige.

We want to take this opportunity to try and answer some of Clara’s questions relating to the topic of Urban Mining.

So where to begin? Sometimes the best place to begin is at the end. With an old, empty can.

Almost everyone drinks from a can every once in a while. The can that we drink from is mostly made of aluminium. The raw material used to create aluminium is bauxite ore. One hundred kilograms of mined ore, on average, produces about one to three kilograms of metal. The breakdown process necessary for extracting the aluminium from the ore is complex, expensive and pollutes the environment. The empty can, on the other hand, is already 100% pure aluminium. This does not have to go through the process of breakdown at all. It just needs to be recycled. In addition, obtaining aluminium from scrap aluminium saves approximately 95% of the energy necessary for the acquisition of new aluminium from mines. Therefore, an empty drinks can can either be seen as waste or as a raw material. Recycling is definitely a part of Urban Mining but it is only one part and not the entire picture.

Who invented it?

First and foremost, Urban Mining is an idea; a thought. Our cities are like mines and just like mines; they are full of resources that are hidden in buildings, objects, electrical appliances and vehicles. Resources that are valuable. Too valuable to just be left lying around, un-used. It is therefore necessary to develop technologies in order to find out which resources are stored where and how they can be recovered efficiently.

The idea of considering cities as stores of raw materials and the realisation that these raw materials could be re-used, was developed in the 1980s. Even 30 years later, we are still quite far away from actually implementing the ideas generated by the research on this topic.

One possible approach would be to generate and implement digital resource cards. Factories built today are likely to be around for approximately 60 to 70 years. Following this period they will be demolished. Resource cards would help to document where and in what quantities raw material and resources are stored, making it easier to re-extract them at the end of the building’s life-cycle.

How is Urban Mining likely to develop?

It is difficult to make accurate predictions about the future development of Urban Mining. Urban Mining currently functions as an attractive concept. For it to become feasible as a real alternative, it needs to be economically viable. As long as primary raw materials are cheaper than the recovery of secondary raw materials, Urban Mining is unlikely to enter into the consciousness of the general public. Currently, the technical requirements for implementing existing ideas on the topic are still lacking.

No one can say exactly what the world will look like in twenty years time. What new challenges we will be dealing with or which technologies will be around to help us deal with these challenges. Urban Mining may only form one part of the puzzle.

One thing certainly won’t change: the need to ask the right questions.

Thank you Clara.

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