Crafted in Vienna, Teil II

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Speisepilze aus Kaffeesud und leerstehende Ladenlokale, die wieder einer (Zwischen)Nutzung zugeführt werden, gehen als Zweit- und Drittplatzierte des Ideenwettbewerbes von Crafted in Vienna hervor. Die beiden Gründerteams „Hut & Stiel – die Wiener Pilzkultur“ sowie „all.we.create“ überzeugen die Jury durch ihren kreativen und nachhaltigen Ansatz. Der Publikumspreis geht an den Künstler Nikolaus Fröhlich, für sein Projekt „Collagen mit Geschichten aus gefundenem Material“.

HutundStiel_Fotos10-1Florian Hofer und Manuel Bornbaum züchten aus vermeintlichem Abfall Lebensmittel und werden dafür mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Ihr Unternehmen Hut & Stiel beginnt damit, als Florian von der ungewöhnlichen Idee der Pilzzüchtung auf einem Uni-Seminar hört. Gemeinsam mit Freund Manuel, einem gelernten Agrarwissenschaftler, starten die beiden ihre Versuche in einem eigenen Labor in Wien-Brigittenau: Dreimal die Woche holen sie mit dem Lastenfahrrad Kaffeesud von Gastronomiebetrieben, mischen diesen mit Pilzmyzel und Kalk. Anschließend wird das Substrat in Säcke gefüllt. Die Behälter durchlaufen drei klimatisch unterschiedliche Räume, damit die Austernpilze bestmöglich heranreifen. Nach ca. vier Wochen sind sie gereift; pro Woche ernten Hofer und Bornbaum rund 40 Kilogramm. Der Großteil wird an die Gastronomie verkauft; aus Pilzresten machen die beiden Sugo und Pesto. Diese Form der lokalen Lebensmittelproduktion überzeugt durch Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft.

Auf Platz 3 landen die Initiatoren von „all.we.create“. Sie schaffen eine Plattform, die ungenutzte städtische Geschäftslokale an temporäre Concept-Stores vermittelt. Damit leisten die Betreiber einen wertvollen Beitrag, um leerstehende Räume einer Zwischennutzung zu unterziehen. Die Stores selbst bieten sich vor allem für die Herstellung, Vertrieb und Wissensvermittlung an.

Collagen aus Müll

12-1Der Publikumspreis geht an den Künstler Nikolaus Fröhlich, der aus nicht mehr gebrauchten Fotos, Postkarten oder Zeitschriften kunstvolle Collagen schafft. „Manche Dinge hab’ ich zufällig auf der Straße gefunden, manches auf dem Müll“, so Fröhlich, wobei der Begriff „gefunden“ auch seine Arbeitsweise unterstreicht: Er arbeitet ausschließlich analog, und seine Vorliebe gilt Druckwerken aller Art. Dass seine gefundenen Materialien teilweise aus Abfall entstehen, macht ihm nichts aus: „Ich finde es schön, aus dem Müll anderer, Neues entstehen zu lassen“.Y-TheCritic-1

Der moderne WienerSESSEL erhält von der Jury einen Anerkennungspreis. Der Verein wienerSITZgruppe, bestehend aus Tapezierern und Dekorateuren, hat es sich zur Aufgabe gemacht, moderne Sitzkultur unter ökologischen Aspekten weiterzuentwickeln.
„Crafted in Vienna“ is a contest with focus on Viennese long tradition of handcraft. All of last years winners – though not requestet – worked with re-used oder up-cycled materials. We will present the winners and their projects. In this article you’ll learn more about the 2nd and 3rd place winner.

Photos (1+2): © Elena Seitaridis; Photos (3+4): © Nikolaus Fröhlich

 

 

 

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