Die Sache mit dem Sch….sackerl

Tierfiguren aus Schrott (1)

Der Frühling ist da. Die wärmeren Temperaturen laden ein, wieder mehr Zeit draußen zu verbringen. Auch für Hundebesitzer beginnt nun die angenehme Saison, um die lieben Vierbeiner Gassi zu führen. Doch ob warm oder kalt: Die Sache mit dem Sackerl und dem Gackerl ist saisonal unabhängig. Aber was hat das jetzt mit Urban Mining und Rohstoffen zu tun? Viel. Lesen Sie weiter.

Jeder Hundebesitzer kennt es. Ein runder Rücken kann zwar entzücken, bei unseren geliebten vierbeinigen Freunden jedoch ein klarer Hinweis auf: Jetzt muss es raus! Seit einigen Jahren ist jeder Hundehalter in Österreich verpflichtet, die verdauten Reste wegzuräumen. Und das wird mit einem Sackerl (Tüte) erledigt.

Doch Sackerl ist nicht gleich Sackerl wie die Journalistin Kinga Rybinska in ihrem lesenswerten Beitrag auf urban.dog schlussfolgert. Sie geht den Fragen nach, welche Sackerl überhaupt am Markt sind, aus welchen Stoffen sie bestehen, wie sie entsorgt werden können und welchen Einfluss sie auf die Umwelt nehmen. Ihr Kacke-Fazit fällt dann – aus Umweltsicht ­– doch bescheiden aus: „Die Recycling-Tüte aus PET-Flaschen scheint noch am sinnvollsten zu sein, weil sie Rohöl-Reserven schont und den Plastik-Müll reduziert. [….] In der Natur überlebt sie aber bis zu 500 Jahre.“

Kreislaufwirtschaft: Kot als Energie nutzen

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt die junge Schweizer Designerin Océane Izard. Sie hat eine Maschine erfunden, die das Häufchen in wertvolle Energie verwandelt. „Poo Poo Power“ wird mit dem biologisch abbaubaren Sackerl samt Inhalt gefüttert. Um chemische Reaktionen auszulösen und Energie freizusetzen, werden dem Kot Bakterien zugeführt. Sie zersetzen die Materie und wandeln sie in Methangas um, das schließlich zur Stromgewinnung genutzt werden kann.

Eine mittelgroße Hunderasse wie z. B. ein Beagle könne demnach täglich die zweistündige Nutzung eines Ventilators ermöglichen. Und ein Schäferhund soll schon einen ganzen Tag lang einen Kühlschrank mit Strom zum Laufen bringen.

Die Idee, Hundekot in erneuerbare Energie umzuwandeln, wird in San Francisco bereits getestet. Und auch in Cambridge (USA) findet das „Park Spark Project“ Einsatz.

Dreck zu Gold machen, ist eben ein Gebot der Stunde.

Conscious dog keepers reflect about the recycling quality of the dog poop bag, with or without content. Burn the bag or compost it?

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