Ein Wohnzimmer für Amsterdam

Ru Paré Community, Amsterdam

2013 startete ein Unternehmer in Amsterdams ehemaligen Problemviertel Slotervaart ein außergewöhnliches soziales Experiment. Basierend auf dem Gedanken einer neu gelebten Solidarität erhalten die Bewohner Weiterbildungen oder Beratungen in Steuerangelegenheiten, wenn sie im Gegenzug gemeinnützige Arbeit leisten. Im Rahmen dieses Projekts wurde auch eine stillgelegte Schule revitalisiert und zwar mit Baumaterialien aus nahegelegenen Abbruchhäusern.

Elisabeth Boersma (Rotterdam) und BETA office for architecture and city (Amsterdam)  entwarfen den Plan für die Umwandlung der ehemaligen Schule in ein Gemeinschaftszentrum. Vor Baubeginn wurden einige Veranstaltungen mit den Anrainern durchgeführt, die unter anderem zur Gründung des Nachbarschaftsunternehmens KlusLAB führten.

Urban Mining hilft Kosten sparen

Gemeinsam mit den Studenten der Fachhochschule Amsterdam entwickelten sie ein Urban Mining Konzept, um bei der Renovierung Abfall- und Baukosten einzusparen. Die Ru Paré Community, AmsterdamStudierenden besuchten nahegelegene Abbruchhäuser und katalogisierten Materialien, die wiederverwertbar waren. Ein Abbruchunternehmen sicherte und sammelte diese Restmaterialien und KlusLAB verbaute sie in der Schule. Eine neuartige Versorgungskette war entstanden, die nebenbei noch die lokale Wirtschaft anregte und so zur Wiederbelebung der Gegend führte.

Die Ru Paré Community ist heute das „Wohnzimmer“ der Nachbarschaft. Die ehemaligen Klassenzimmer wurden in funktionelle Büros umgebaut, die von kleinen Unternehmen, sozialen Organisationen oder Künstlern zu niedrigen Mieten genutzt werden können.

Die Neugestaltung der großen geschlossenen Sporthalle schien anfangs die größte Herausforderung. Durch die Installation von Toren, die sich per Knopfdruck öffnen lassen, entstand ein großzügiges Foyer mit Blick auf den alten Schulhof, der zu einem öffentlichen Garten umgewandelt wurde.

Im Zwischengeschoss des Foyers stehen fünf Büros, die an Gewächshäuser erinnern. Diese lichtdurchfluteten Räume bilden einen luftigen Gegenpart zu den Klassenzimmern und der ehemaligen Turnhalle.

Fotos: ©Marc Faasse

 

A living room for Amsterdam

In 2013, an entrepreneur in Amsterdam’s former trouble spot Slotervaart launched an unusual social experiment. Based on the notion of a new, practised solidarity, the residents receive ongoing education or tax advice if they do community service in return. It was also in the context of this project that a disused school was revitalised using construction materials from nearby derelict buildings.

Ru Paré Community, Amsterdam

Elisabeth Boersma (Rotterdam) and BETA office for architecture and city (Amsterdam) drafted the plan for conversion of the former school into a community centre. Prior to the start of construction, several events were held with local residents resulting in, among other things, the foundation of the neighbourhood company KlusLab.

Urban mining helps save costs

In cooperation with the students of the Amsterdam University of Applied Sciences, they developed an urban mining concept to reduce waste and save on construction costs during renovation. The students visited nearby derelict buildings and catalogued materials that were recyclable. A demolition company secured and collected these residual materials and KlusLab put them to use in the school. An innovative supply chain had emerged, while at the same time casually stimulating the local economy, thus fruiting in revitalisation of the area.

080-HRES-completion-image by Marc Faasse (4)Today, the Ru Paré Community is the neighbourhood’s “living room”. The former classrooms were converted into functional offices that can be used by small companies, social organisations or artists at low rents.

At first, the redesign of the large indoor gymnasium appeared to be the greatest challenge. The installation of doors that can be opened by the flick of a switch, created a generous foyer overlooking the former schoolyard, which was transformed into a public garden.

The foyer’s mezzanine floor accommodates five offices, reminiscent of greenhouses. These light-flooded rooms form an airy counterpart to the classrooms and the former gymnasium.

Photos: ©Marc Faasse

 

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