glossar

Anthropogene Rohstofflager

„Anthropogen“ heißt „vom Menschen hergestellt“ und meint im Zusammenhang mit Rohstoffen jenes Rohstofflager, das verbaut ist, also in Städten, Siedlungen, Gebäuden, Infrastruktur und anderen langlebigen Gütern steckt.

Anthropogene Steinbrüche

Der Gebäudebestand – in Mitteleuropa meist aus der Nachkriegszeit – muss saniert oder durch Neubauten ersetzt werden.

Bioremediation

Wörtlich übersetzt: Bio-Medizin. Winzige Organismen können Abfälle reinigen, wie zum Beispiel ausgelaufenes Öl abbauen.

Cradle to Cradle (C2C)

“Von der Wiege bis zur Wiege”. Ein Produkt sollte so intelligent konzipiert sein, dass es am Ende seiner Verwendung nicht zu Abfall wird, sondern in anderer Form weiter genützt werden kann, z.B. der Sesselbezug als Biodünger. Der Ausdruck stammt von Braungart und McDonough.

Elektroschrott

Unter Elektroschrott versteht man Elektro- und Elektronikgeräte, die nicht mehr in Gebrauch sind. Ihre Wiederverwertung ist von zweifacher Bedeutung: Sie enthalten zum einen wertvolle Materialien, die als sekundäre Rohstoffe zurückgewonnen werden können. Zum anderen enthalten sie eine Vielzahl von Schwermetallen wie Blei, Arsen, Kadmium und Quecksilber, die gesundheitsschädlich und umweltgefährdend sind.

End-of-pipe-Technologien

Technische Maßnahmen am Ende des Lebenszyklus eines Produkts, um die Umweltbelastung zu verringern, z.B. ein Rauchgasfilter bei einer Müllverbrennungsanlage.

Gewürzmetalle

In der Mikroelektronik werden viele verschiedene Metalle genutzt, allerdings jeweils nur in extrem geringen Mengen – eben wie Gewürze in einer Speise. Noch fehlt über weite Strecken die Recycling-Technologie um diese rückgewinnen zu können. (Der Ausdruck stammt von Prof. Armin Reller)

Konsumlager

Ein vom Menschen geschaffenes Lager an Sekundärrohstoffen, das noch „in Verwendung“ ist, zB ein bewohntes Gebäude, ein noch fahrendes Auto.

Landfill-Mining

Rückgewinnung von Rohstoffen aus Mülldeponien.

Primärrohstoffe

Werden aus natürlichen Ressourcen gewonnen, z.B. Metalle aus Erz. Das Gegenteil sind Sekundärrohstoffe.

Sekundärrohstoffe

Sekundärrohstoffe sind Rohstoffe, die aus hochwertigen Zivilisationsabfällen gewonnen werden und als Ausgangsstoffe für neue Produkte dienen.

Seltene Erden

Als Seltene Erden bezeichnet man Metalle aus selten vorhandenen Erden. Sie werden in innovativen Schlüsseltechnologien eingesetzt, wie etwa bei der Produktion von Elektro-Fahrzeugen, Windrädern, iPhones, Computern sowie in der gesamten Leuchtstofflampen-industrie.

Strategische Metalle

Strategische Metalle sind wichtige Metalle, die keine Edelmetalle sind, aber zumeist als deren Beiprodukte anfallen, wie etwa Kobalt, Chrom, Indium, Tantal, Tellur. Ihr Name „strategisch“ leitet sich von der Tatsache ab, dass ihr Vorkommen nicht nur sehr selten, sondern auch auf wenige Länder konzentriert ist, die rohstoffpolitisch daher von strategischer Bedeutung sind.

Technosphäre

Die vom Menschen geschaffene technische Umwelt in der er lebt.

Upcycling

Upcycling ist eine Form des Recycling, also der stofflichen Verwertung von bereits genutzten Rohstoffen, Materialien oder Produkten. Während Recycling aber zumeist auf die Herstellung gleichwertiger Materialien zielt, ist das Ergebnis von Upcycling die Aufwertung von ansonsten nicht mehr benötigten Stoffen (Abfallprodukten).

Urban Mining

Die Stadt als Rohstofflieferant. Da Roffstoffe knapp werden, greift man auf vom Menschen (unbewusst) angelegte Lagerstätten zurück, z.B. Deponien oder Gebäude, die eine wertvolle Quelle für Sekundärrohstoffe sind.

Thermische Behandlung

In der EU dürfen Abfälle nicht mehr deponiert werden. Als Alternative dient die Verbrennung, daher thermische Behandlung. Bei der Behandlung liegt der Schwerpunkt auf der Mengenreduktion von Abfällen.

Thermische Verwertung

In der EU dürfen Abfälle nicht mehr deponiert werden. Als Alternative dient die Verbrennung, daher thermisch Verwertung. Bei der Verwertung liegt der Schwerpunkt auf der Energienutzung.

3 R

Reuse – Recycling – Recovery
(unter dem Motto – Rohstoff statt Abfall)