GOTTES WERK UND DON JUSTOS BEITRAG

In der kleinen Ortschaft Mejorada del Campo unweit von Madrid baut ein Mann eine Kathedrale. Ohne Bauplan, Genehmigung oder Kräne. Und fast ganz allein.

Justo Gallego Martínez ist 89 Jahre alt. Im Alter von 27 erkrankt er an Tuberkulose und muss deshalb das Trappistenkloster verlassen, in dem er vorhatte, bis zu seinem Lebensende zu bleiben. Doch es kommt anders. Martínez, genannt Don Justo, wird geheilt, die Trappisten aber entlassen ihn. Der nunmehr ehemalige Mönch beginnt zu arbeiten. Auf einem geerbten Stück Land baut er seit dem 12. Oktober 1961 an seiner Kathedrale. Jeden Tag. Außer sonntags. Zu höheren Ehre Gottes, aus Dankbarkeit für die Heilung und Wohl auch ein bisschen aus Trotz. 

Jahrelang als Spinner abgetan und weitgehend ignoriert lockt Martínez’ Bauwerk mittlerweile die Touristen in den kleinen Ort. Nicht unbedingt zur Freude des wackeren Bauherrn. Der will lieber in Ruhe bauen. So ungewöhnlich wie Wesen und Leben des Einzelgängers, der sich nur von Zeit zu Zeit von seinen Neffen und ein paar Freiwilligen helfen lässt, sind auch die verwendeten Materialien.

55 Meter lang, 25 Meter breit und an der höchsten Stelle bisher 35 Meter in den Himmel misst die Kathedrale. Über 8.000m² Grundfläche hat Martínez mit recycelten Materialien bisher verbaut. Zum Teil sind es Spenden einer nahegelegen Ziegelfabrik, zum Teil Müll und Alltagsgegenstände, die einfach umgewidmet und so in den Bau integriert werden. Recycling ist nobel. Es ist die Angelegenheit eines virtuosen Mannes, hat er einmal in einem seiner raren Interviews gesagt. Und hofft, dass die Behörden den Kirchenbau nach seinem Ableben nicht abreißen werden.

Beeindruckend, was sich aus reinem Willen heraus schaffen lässt. Mit Dingen, die andere längst weggeworfen haben. Und inspirierend. Es muss ja nicht jeder gleich eine Kathedrale bauen.

 

GOD’S WORK AND DON JUSTOS CONTRIBUTION  

In the small village of Mejorada del Campo not far away from, a man builds a cathedral.
Without a construction plan, approval or cranes. And almost all alone.

Justo Gallego Martínez is 89 years old. At the age of 27, he fell ill with tuberculosis and therefore had to leave the Trappist monastery, where he had intended to remain until his death. But everything comes different that expected. Martínez, called Don Justo gets cured, but the Trappist disbanded him. The now former monk starts to work. On an inherited piece of land he builds his cathedral since October 12, 1961. Every single day. Except Sundays. To the glory of God, in gratitude for the healing and well a bit out of spite.

For years dismissed as cranks and largely ignored Martínez’ building now attracts the tourists to the small town. But not necessarily to the delight of the brave builder. He’d rather build in peace. But as unusual as essence and life of the loner are, who only from time to time accepts help by his nephews and a few volunteers, are also the materials he uses.

55 meters long, 25 meters wide and at the highest point so far 35 meters, measures the cathedral. About 8,000 sqm ground area have already been build with recycled materials so far. Partly these are donations from a nearby brick factory, some garbage and everyday items that can easily be repurposed and integrated into the construction. Recycling is noble. It is the matter of a virtuous man, he once said in one of his rare interviews. And hopes that the authorities will not demolish the church after his death.

It is impressive, what can only be created out of pure will. With things that others long since have discarded. And inspiring. Even though it doesn’t always need to be a cathedral.

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