Imperiale Lebensweise

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Es ist ein politisches Buch. Natürlich, ist es doch geschrieben von Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der Universität Wien, und von Markus Wissen, Co-Direktor des Instituts für internationale politische Ökonomie an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin.

Und es ist ein Statement: Nur wenn die kapitalistische Wirtschaftsform überwunden sein wird, kann das Nord-Süd-Gefälle abgeschwächt oder gar aufgelöst werden. Das Ziel – eine sozial-ökologische Transformation hin zu einer solidarischen Lebensweise.

Was hat das mit Urban Mining zu tun? Die Antwort liegt in den Rohstoffen. Es geht um die primären Rohstoffe und um die Art und Weise ihrer Gewinnung.

Der Imperialismus war die Zeit, in der der technisch höher entwickelte Norden den rohstoffreichen Süden ausbeutete. So wurde erst der ressourcenintensive Lebensstil des Nordens möglich. Zwar gibt es keine Kolonien mehr, aber der way of living und das soziale, wirtschaftliche, ökologische Ungleichgewicht, sprich die imperiale Lebensweise, sind geblieben.

Genau darüber handelt das Buch. Die Autoren Brand und Wissen zeigen die Grenzen unserer ressourcenintensiven Lebensweise auf, geben einen historischen Rückblick über die Entstehung der imperialen Lebensweise, hinterfragen die green economy und stellen Lösungsvorschläge vor.

Die beiden Autoren verwenden eine präzise, anspruchsvolle Soziologen- und Politologen-Sprache. Das Buch liest man nicht zwischendurch im öffentlichen Verkehrsmittel oder im Stau. Da muss man/frau sich schon hinsetzen und konzentriert dabei sein. Dann allerdings taucht man in jahrhundertealte Verflechtungen von Ökonomie, Politik, Gesellschaften, Lebensweisen und Weltsichten ein.

Und alles nur wegen der Rohstoffe, die für unseren Lebensstil so essentiell sind. Damit zeigt das Buch einen Aspekt von Urban Mining auf, der bis jetzt in der Forschung und in der Öffentlichkeit praktisch noch nicht präsent ist: den sozialen Aspekt.

ImperialeLebensweiseUlrich Brand/Markus Wissen; Imperiale Lebensweise; Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus; oekom Verlag; ISBN-13: 978-3-86581-843-0

Seit wenigen Tagen läuft auf oekom-crowd, der Crowdpublishing-Plattform des oekom-Verlags, eine Kampagne zum Buch, mit der das Problem der imperialen Lebensweise in den öffentlichen Diskurs getragen und die Ideen für den sozial-ökologischen Wandel verbreitet werden sollen.

Ulrich Brand and Markus Wissen are two German speaking scientists in the field of political science. In their book “Imperiale Lebensweise” (only available in German), freely translated as “imperial way of living” they line out, that we still act as if nothing has changed since colonial times. Ever since then we depend on resources imported from the southern hemisphere. They think it is time for a change.

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