Innovation nutzt Altholz als Rohstoff

Voll recyclingfähiger Betonstein

Holzabfälle aus dem Baustoffrecycling werden bislang hauptsächlich thermisch verwertet. Dabei schreibt die EG-Abfallrahmenrichtlinie eine 70%ige Recyclingquote von Bau- und Abbruchabfällen bis 2020 vor. Eine thermische Verwertung zählt dann nicht mehr zum Recycling. Mit viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit hat sich ein finnisches Recyclingunternehmen dieses Problems angenommen und ein innovatives Produkt entwickelt, das gleich mehrere Fliegen auf einen Schlag trifft.

Forschung steht in Finnland ganz oben auf der Prioritätenliste. Da ist es nicht verwunderlich, wenn auch Recyclingunternehmen ganz auf Forschung setzen. So geschehen bei der Firma Destamatic Oy, die sich auf Bauschuttrecycling konzentriert. Eines der Probleme, das sich das Unternehmen gegenüber gesehen hat, sind die Mengen an Altholz, die es zu verwerten gibt. „Mehr als 50% unseres Abfallaufkommens ist Holz und wir wollten eine Möglichkeit der stofflichen Verwertung in Hinblick auf die EG-Abfallrahmenrichtlinie finden. Derzeit wird Altholz in Finnland hauptsächlich thermisch entsorgt“ sagt Kimmo Rinne, technischer Geschäftsführer des Unternehmens. Deshalb hat man nach Anwendungen gesucht, in denen das Altholz sinnvoll wiederverwendet werden kann.

Gefunden hat man die Lösung in einem Forschungsprojekt mit der Technischen Universität von Lappeenranta: ein Zement-Holz-Verbundwerkstoff. Dabei wird das Altholz mit Zement als Bindemittel, Wasser und Steinen vermengt. Diesem Werkstoffverbund können bis zu 50-60% Altholz zugesetzt werden.

Kimmo Rinne, technischer Geschäftsführer

„Wir haben vor 3 Jahren mit der Entwicklungsarbeit für den Verbundwerkstoff angefangen“ führt Kimmo aus „und heute stehen wir vor einem Patent und sind weltweit das erste Unternehmen, das einen derartigen Werkstoff mit Altholz produziert.“

Voll recyclingfähiger Betonstein

Eine praktische Anwendung hat man für diesen Verbundwerkstoff ebenso gefunden: Betonsteine. Sie werden für die Gartengestaltung verwendet. Und da man von diesem Produkt derart überzeugt ist, hat Destamatic einen Produzenten für Betonsteine gekauft und wird die Gartengestaltungsprodukte unter der Marke „Destaclean“ in Finnland selbst produzieren und vertreiben. Kimmo führt ganz begeistert die Vorteile des neuen Produkts auf: „Erstmals kann man Altholz der Kategorie A I-II wirklich sinnvoll wiederverwenden. Derzeit ist es technisch möglich, rund 30% Altholz den Betonsteinen zuzusetzen. Dadurch wird der Betonstein auch um 30% leichter, was nicht nur angenehmer beim Handling ist sondern auch Treibstoffkosten beim Transport einspart. Und zusätzlich ist der Betonstein voll recyclingfähig.“

Erstmalig vorgestellt wurde Destaclean im Oktober auf der Baumesse FinnBuild in Helsinki und ist beim Publikum auf Begeisterung gestoßen. Ab Sommer wird der Betonstein in Finnland auf den Markt kommen und auch an Internationalisierung ist gedacht, wobei man im Ausland nach Lizenznehmer sucht. Doch damit ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen: Destamatic forscht weiter und ist auf der Suche nach Produkten, die sogar zu 95% aus Altmaterialien bestehen. Einen Ansatz hat man auch schon, verrät Kimmo. Es handelt sich wiederum um einen Verbundwerkstoff, der diesmal sogar die Betonsteine ersetzen soll. Mehr ist nicht aus ihm herauszulocken. Man darf also gespannt sein.

Innovative Product Uses Old Wood as Raw Material

Waste wood from the recycling of construction materials has primarily gone to thermal recovery, to date. This, in spite of the EU’s Waste Framework Directive stipulating a 70% recycling rate for construction and demolition waste by 2020. Thermal recovery will then no longer be considered a form of recycling. A Finish recycler picked up on this problem and developed an innovative product that addresses several problems at one go.

In Finland, research is given top priority. It is thus not surprising that recycling companies are totally committed to research as well. This is the case with Destamatic Oy, which has its emphasis on the recycling of building rubble. One of the problems the company faced was the sheer amount of waste wood available for recycling. “Over 50% of our waste is wood and we wanted to find a way to recycle this material in line with the EC’s Waste Framework Directive. Nowadays, waste wood in Finland for the most part goes to thermal recovery” says Kimmo Rinne, the company’s technical director. This led to a search for applications where waste wood can be put to meaningful use.

innovativer Betonstein aus AltholzThe solution was finally found in a research project with the University of Technology in Lappeenranta: a composite material consisting of cement and wood. In the manufacturing process, the waste wood is mixed with cement which consists of binder, water and rocks. Between 50 and 60% waste wood can be added to this composite.

“We started out with the development of the composite material 3 years ago”, relates Kimmo, “and today we have a patent and are the first company worldwide to produce such a material using waste wood.”

A practical application for this composite material has likewise been found: precast concrete blocks. They are used for garden design. And since this product has been so impressive, Destamatic acquired a producer of precast concrete blocks and will be manufacturing and marketing the garden design products under the brand name “Destaclean” in Finland. Kimmo enthusiastically lists the benefits of the new product: “For the first time, category A I-II waste wood can be reused in a meaningful way. For now, it is technically feasible to add 30% waste wood to the precast concrete stone. This reduces the weithg of the concrete block by 30%, which makes not only for more convenient handling but also saves fuel costs during transport. And to top it off, the precast concrete block is completely recyclable.”

Destaclean had its debut in October at the FinnBuild trade fair in Helsinki and met with great enthusiasm on the part of the public. As of summer, the precast concrete block will be launched in the Finish market. Internationalisation is being contemplated, but parties interested in taking out a license must first be found abroad. That’s not the end of the development story, however: Destamatic is continuing with its research and looking to make products with a waste material share of up to 95%. An initial idea has already been found, Kimmo lets on. And again it is a composite material that may even replace the precast concrete block one day. But that’s all Kimmo is willing to reveal. Stay tuned to find out what comes next.

 

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