Kein Urban Mining ohne Hoffnung

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Senka Grossauer und Spomenka Čelebić verfassten zum Thema „The Future and Emotions in the process of Urban Mining“ eine Seminararbeit am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Uni Wien. Brigitte Kranner hat durch ihre Einblicke und Interviews eine wichtige Rolle bei der Erstellung der Arbeit gespielt.
Aufbauend auf die vier tragenden Säulen des Urban Mining konzentrieren sich die beiden Kultur- und Sozialanthropologinnen auf die Aspekte „Urban Prospection“ und „High Technology“. Bei der „Prospection“ geht es um die Frage der Erfassung der Urban Mining-Quellen, also der Bewertung welches Wertstoff-Potential die jeweilige Mine „Stadt“ bietet. Die beiden Studienverfasser kommen dabei zum Schluss, dass aus anthropologischer Sicht vor allem zwei Faktoren eine entscheidende Rolle spielen: Kreativität – im Sinne von Problemlösungskompetenz (wie kann die Urban Ming-Quelle untersucht, wie bewertet werden?) – und der Begriff der „Zukunft“. Man müsse „voraussehen“, um Materialien aus den alten Gebäuden herausnehmen zu können. Beim „Voraussehen“ kommen Hoffnungen und damit Emotionen ins Spiel, denn sobald man hofft, erhält das, was man in den Gebäuden vorzufinden glaubt, automatisch einen Wert. Wenn also ein Gebäude abgerissen wird, dann ist das, was man findet, nicht mehr Abfall, sondern hat einen Wert. Der Abfall wird zu einem Wertstoff.
Der zweite Aspekt widmet sich der Hochtechnologie: Wenn also gewissen Stoffen im Abfall ein Wert beigemessen wird – diese also zu Wertstoffen transformieren – dann stellt sich die Frage, wie diese Wertstoffe gewonnen werden können. Hier kommt nun die Hochtechnologie ins Spiel, wobei dem Begriff „Hochtechnologie“ verschiedene Gefühlsebenen zugesprochen werden. Die eine ist darauf zu vertrauen, in Zukunft noch bessere Technologien zur Verfügung zu haben, um aus dem Abfall (mehr oder bessere) Wertstoffe herausfiltern zu können. Der Zukunftsaspekt wird dabei schlagend; man vertraut auf Kreativität und Innovation (in der Zukunft), um künftig noch bessere Technologien zu entwickeln. Der zweite Ansatz basiert auf der Annahme, gar keine Hochtechnologie zu benötigen, sondern sie mit einfachen Mitteln und Wege zu ersetzen.
Im ersten Fall wird auf die Zukunft vertraut, im zweiten ist die Gegenwart präsent: Man hat (heute) die Hoffnung und das Vertrauen, dass die Menschen Alternativen finden. Zukunft spielt aber sowohl in der Hochtechnologie wie in der Urban Prospection eine wichtige Rolle, die sich in Gefühlen wie Voraussagen und Vorausahnen manifestiert. Zukunft, die aber heute unser Tun beeinflusst: Urban Mining ist somit ein anthropologischer Akt.

Hier können Sie die gesamte Seminararbeit in Englisch downloaden UrbanMining_1.Seminararbeit.

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