Kunstobjekte aus Müll

Weihnachten steht vor der Tür. Und wie jedes Jahr stellt sich auch heuer wieder die Frage nach dem passenden Weihnachtsgeschenk. Warum aber was Neues kaufen? Upcyceln lautet der Trend. Ein Besuch im Kellerwerk zeigt wie aus ausrangierten oder zum Wegwerfen bestimmten Objekten einzigartige neue Kunstwerke entstehen.

Angefangen hat alles in Afrika. Sascha Johannik, der mehrere Jahre für eine NGO in Burkino Faso und Mauretanien tätig war, wollte seine kaputten Flip Flops wegwerfen. Aber die Menschen dort kaufen nicht alles neu, sondern vieles wird umgebaut, ausgebessert oder repariert. Auch seine Flip Flops.

Der Ansatz, aus Altem Neues zu machen, ließ Sascha nicht mehr los. Als er wieder nach Österreich zurückkehrte, begann er diese Erfahrungen immer mehr in seine Arbeit einfließen zu lassen. Die ersten alten Möbel und Alltagsgegenstände wurden vom gelernten Tischler neu hergerichtet oder in einen anderen Gegenstand umgewandelt.

Was als Experiment startete, ist mittlerweile zu einer zukunftsweisenden Geschäftsidee herangereift. Gemeinsam mit seiner Partnerin Romana Fürst eröffnete Sascha Mitte dieses Jahres das Geschäft Kellerwerk in Wien. Neben eigenen Entwürfen präsentieren die beiden hier Objekte auch von anderen Designern, die dadurch eine Möglichkeit zur laufenden Präsentation ihrer Werke erhalten. Im Shop-in-the-Shop Konzept finden sich z. B. Objekte vom ungarischen Label ZSKJ, das u. a.  Recyclinglampen aus alten KFZ-Teilen mit Lampenschirmen aus Beton fertigt. Oder SWANE aus Afrika, ein Label, das sich auf fairen Handel und ökologische Nachhaltigkeit konzentriert. Bekannt ist es für seine Möbel und Accessoires, darunter Spiegel und Schüsseln aus alten Ölfässern gefertigt.Kellerwerk, Fotoquelle ©Barbara Kanzian

Neben neuen Designstücken aus alten Materialien können Kunden aber auch ihre Möbelstücke vorbeibringen, um daraus ein neues Objekt gestalten zu lassen.

Im Kellerwerk erhält der Begriff Upcycling facettenreiche Formen und das Shop-in-the-Shop Konzept ermöglicht eine Schau über die Grenzen hinweg. „Upcycling ist längst kein kurzzeitiger Trend mehr, sondern hat bereits Boom-Maße angenommen“, darin sind sich Sascha und Romana einig. Unserer Wegwerfgesellschaft halten die beiden ganz einfach einen neuen Spiegel aus alten Ölfässern vor das Gesicht. Nicht nur zu Weihnachten.

Gumpendorfer Straße 48, 1060 Wien, Dienstag bis Freitag 11-18 Uhr; Samstag 10-15 Uhr

Trash-Art

Sasha Johannik spent years in Africa working for NGOs. There he learnt – by looking carefully at his follow citizens – to cherish resources and to reuse or upcycle things, we in the western world would just throw away.

He was impressed and fascinated by this idea. So, after returning back to Vienna Austria he opened his own upcycling store called Kellerwerk.

 

 

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