Neues Leben auf neuen Wegen

In Israel entsteht eine ganze Brücke aus ausgemusterten Schiffscontainern.

Vor einigen Jahren sorgte das aus ausrangierten Containern errichtete Hauptquartier des Schweizer Taschenherstellers Freitag für internationales Aufsehen. Aus Israel kommen nun Pläne für eine noch weit spektakulärere Verwendung von alten Containern.

Über das Gelände einer ehemaligen Mülldeponie in der Nähe von Tel Aviv wird ab 2015 eine Brücke aus Containern führen. Geplant wurde sie vom israelischen Architekten Yoav Messer. Nach seinen Plänen sollen sich die insgesamt 31 Container auf einer Länge von 160 Metern über den neu entstandenen Ariel-Sharon-Park spannen. Die Idee, über einem Areal, das früher selbst als Müllhalde diente, eine Brücke aus vermeintlichem Abfall zu errichten, gefiel Messer. Der Mensch und sein Verhältnis zur Umwelt stehen laut Messer für ihn und sein Team im Zentrum ihrer Arbeit.

Über 800,000 Container werden weltweit jedes Jahr außer Dienst gestellt. Sie stellen ein riesiges Rohstoffreservoir dar, das es in seinem ganzen Umfang erst zu entdecken gilt. Die Materialeigenschaften und die Bauweise der Container eröffneten dem Architektenteam um Messer viele Möglichkeiten.

Zum Teil sind die Container seitlich offen, um den Fußgängern und Radfahrern den Blick in die Landschaft zu ermöglichen. Zwei Aussichtsplattformen sind ebenso geplant wie Teilbereiche, die nicht überdacht sind. Das Dach der Brückenkonstruktion soll mit Photovoltaik-Zellen verkleidet werden. So erzeugt die Brücke selbst den Strom, der benötigt wird, um sie zu beleuchten. Verbunden werden die Container mittels sogenannter Twist-Locks, zusätzlich werden sie verschweißt. Der Großteil der Bauarbeiten soll bereits in der Fabrik erfolgen, um den Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten.

Yoav Messer hofft, dass die Brücke mehr wird als nur eine Verbindung zwischen zwei Orten, sie soll selbst zum Ziel werden. Für ihn stellt sie die geglückte Kombination von Effizienz und einem vernünftigem Umgang mit Ressourcen dar. Es bleibt spannend und gilt abzuwarten, was anderen schlauen Köpfen noch einfällt, um aus angeblich nicht mehr gebrauchten Dingen Neues zu erschaffen.

Haben Sie Lieblingsprojekte, Designer oder Architekten, die Sie mit uns teilen wollen?

 

Bildquelle:  Yoav Messer Architects 

TAGS
, , ,

X zurück
Comments via Urban Mining

Urban Miner des Monats: Manfred Assmann

Urban Miner des Monats: Manfred Assmann

Als Geschäftsführer des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV) weiß Manfred Assmann, dass Abfall nicht gleich Abfall ist. Vieles davon kann ge...

> more

UMAR Urban Mining & Recycling

Aus Müll gebaut

Kreislaufwirtschaft in der Architektur wird aufgrund von Bevölkerungswachstum und Rohstoffknappheit ein immer wesentlicheres Thema. Wie kann nun der verantwortungsvolle U...

> more

Kupferschlacke Falun/Schweden

Picture of the month: January

Haus aus Kupferschlacke in Falun/Schweden/Bildquelle: Brigitte Kranner Die Ziegel dieses Hauses sind nicht etwa zu dunkel gebrannt. Sie bestehen vielmehr aus Kupferschlack...

> more

Urban Mining und Weihnachten

2017: Jubiläen und AmEisen

Ein spannendes Urban Mining-Jahr 2017 geht zu Ende und – wie jedes Jahr – fassen wir für Sie die Höhepunkte zusammen. Ein Rückblick über ein Jahr der Jubiläen und...

> more