Öko-Stadt im Wüstensand

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind nicht gerade für einen reduzierten Rohstoffeinsatz bekannt. Energiesparen scheint bei Mega-Gebäuden wie dem Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt oder Shopping-Malls der Superlative mit Indoor-Schihallen kein Thema zu sein. Doch die 25 Kilometer von Abu Dhabi entfernte Stadt Masdar City geht einen anderen Weg: Nachhaltig, umweltschonend und CO2-neutral möchte die geplante Öko-Stadt den Einsatz von Energien in den nächsten Jahren drastisch drosseln.

Häuser auf Stelzen, Windtürme und ausgeklügelte Solartechnologie prägen die noch in Bau befindliche Stadt Masdar. 40.000 Menschen sollen hier in den nächsten Jahren wohnen.

Während in den Emiraten die Gebäude mittels Klimaanlagen extrem runter gekühlt werden, und damit der Energieverbrauch ins Bodenlose steigt, setzen Architekten und Ingenieure in Masdar auf planerische Maßnahmen: Schon bei der Konstruktion der Gebäude wird auf natürliche Kühlung geachtet: Jede Fassade ist beispielsweise so konstruiert, dass kein direktes Sonnenlicht eindringen kann. Dabei helfen spezielle Fenster mit Kreisbeschichtungen, die das Licht von außen abhalten. Auch die aufgestelzten Gebäude ermöglichen dem Wind das Durchwehen, was wiederum die Temperatur senkt.

Eine weitere Methode, um eine gewünschte Abkühlung zu erzielen, ist der hohe Windturm. Er leitet nach Vorbild alter emiratischer Häuser kühle Luft nach unten.

In der Öko-Stadt nach Plänen des englischen Architekturbüros Foster + Partners wird auf Autoverkehr zur Gänze verzichtet: Straßen gibt es in Masdar keine, dafür ein besonderes Transportsystem. Selbstfahrende Kabinen laufen auf Magnetschienen, die im Boden verlegt sind. Die für vier Personen angelegten Kabinen beginnen ihre Fahrt auf der Personal-Rapid-Transport-Station (PRT-Station). Bis jetzt dauert die Fahrt nur ca. drei Minuten, denn Masdar-City hat längst noch nicht ihre gesamte Endausbaustufe erreicht.

Die Öko-Stadt Masdar ist ein Prestigeobjekt der Scheichs. Die dort angesiedelte Universität soll eine Kaderschmiede mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit werden. Studenten und Lehrer aus aller Welt forschen vor allem an Themen der Aquakultur, Biotechnologie und Sonnenlichtspeicherung.

Eigentlich hätte Masdar schon im Jahr 2016 fertiggestellt sein sollen. Doch die Finanzkrise hat der Stadt erheblich zugesetzt. Wann der Endausbau erreicht wird, 40.000 Menschen dort leben können, ist ungewiss. Und ob jemals die veranschlagte Investitionssumme von 20,3 Milliarden Euro in diese Öko-Stadt fließt, scheint noch in den Sternen zu stehen. Die bis dato 13 fertiggestellten Bauten stellen einen nachhaltigen Beginn dar, von der Realisierung einer urbanen Öko-Stadt in der Wüste sind die Betreiber aber noch weit entfernt.

Eco-city in the desert sand

The United Arab Emirates are not exactly known for their reduced use of resources. Saving energy does not seem to play a role at all for mega buildings like the Burj Khalifa, the tallest building in the world, or superlative shopping malls with indoor ski runs. But Masdar City, a town located 25 kilometres away from Abu Dhabi, takes a different approach: Sustainable, eco-friendly and carbon neutral, the planned eco-city aspires to drastically cut the use of energy in the coming years.

Buildings on stilts, wind towers and sophisticated solar technology characterise the city of Masdar that is currently still under construction. 40,000 people are to live here in the years to come.

While buildings in the Emirates are cooled down drastically using air conditioning, thus causing energy consumption to go through the roof, architects and engineers in Masdar are placing their faith in planning measures. Natural cooling methods are taken into consideration during construction of the buildings: For example, every facade is designed to keep all direct sunlight from entering. Special windows and circle coatings help keep the light out. The buildings elevated on stilts allow the wind to blow through which also lowers the temperature.

Another method to achieve the desired cooling is implementing high wind towers. Modelled after ancient Emirati houses, they conduct cool air downward.

The eco-city being created according to the plans of the British architect’s office Foster + Partners is completely car-free: there are no roads in Masdar, but there is a special transport system. Self-propelled podcars run along magnet rails laid down on the ground. The podcars, designed to carry four people at a time, begin their trip at the Personal Rapid Transport Station (PRT Station). So far, a ride takes no longer than about three minutes, because Masdar City is far from having reached its final expansion stage.

The eco-city of Masdar is an object of prestige for the sheiks. The university based there is to become an elite school with a focus on sustainability. Students and teachers from all around the world conduct research there, mainly in the fields of aquaculture, biotechnology, and the storage of sunlight.

Actually, Masdar should have been completed by 2016. But the financial crisis had a severe impact on the city. It remains uncertain when overall completion will be accomplished and when 40,000 people will be able to live there. And whether or not the projected investment sum of EUR 20.3 billion will ever actually flow into this eco-city remains written in the stars. The 13 buildings so far completed represent a sustainable beginning, but to the operating companies, the realisation of an urban eco-city in the desert is still a long way off.

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