Produzieren, was wir konsumieren

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In einem Vorort von Paris entsteht der ökologische Wohnbau R-Urban. Das von den Architekten atelier d’architecture autogérée (aaa) geplante Projekt versteht sich als ganzheitliches Konzept, das Kriterien des Cradle-to-Cradle-Prinzips genauso beinhaltet wie Selbstorganisation und urbane Landwirtschaft.

Schon im Jahr 2008 haben die beiden Architekten Constantin Petcou und Doina Petrescu vom atelier d’architecture autogérée (aaa) das Projekt R-Urban im Vorort Colombes initiiert. Gemeinsam mit den lokalen Behörden, Basisorganisationen und Bewohnern realisieren die Architekten ein neues lokales Netzwerk, das auf drei Einheiten basiert:

  • Kooperativer Wohnbau (Ecohab)
  • Recycling und ökologische Bauweise (Recyclab)
  • Urbane Landwirtschaft (Agrocité).

Beim kooperativen Wohnbau Ecohab, der Privatwohnungen, Studentenheim und gemeinsam genutzte Einrichtungen wie Produktionsstätten beinhaltet, wird großteils selbstgebaut und gemeinsam verwaltet. Unter dem Begriff Urbane Resilienz (siehe unten) werden die Aufgaben der neuen Stadtbewohner zusammengefasst.

Das Recyclab ist ein ökologischer Bau aus Recyclingmaterialien. Er bietet u. a. Platz für ein Repair-Cafe, in dem die Bewohner sich gegenseitig bei der Reparatur von Alltagsgegenständen helfen.

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Eines der Herzstücke des R-Urban-Projektes: die Agrocité mit ihren Gemeinschaftsgärten

Die dritte Einheit gehört der urbanen Landwirtschaft: Agrocité besteht aus Gemeinschaftsgärten, Regenwasserkollektoren sowie Biomasseheizung und Solarenergiekollektoren. Für Kinder und Jugendliche werden spezielle Kurse und Veranstaltungen angeboten.

Alle drei Einheiten sind (teils) aus wiederverwerteten Materialien errichtet, von den Bewohnern vor Ort gebaut und dienen der Produktion von Nahrung und Energie. Mit erneuerbaren Energien, Recycling, dem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt versuchen die Bewohner getreu dem Motto von Philosophen André Gorz zu leben:

„Wir müssen produzieren, was wir konsumieren und konsumieren, was wir produzieren.“

Was ist urbane Resilienz?

„Resilienz bedeutet Maßnahmen zu ergreifen, welche die Krisenfestigkeit von Metropolregionen, Städten, Gemeinden, ländlichen Räumen oder Wirtschaftsgebieten vorbeugend erhöhen […] vorausschauende Maßnahmen, die städtebauliche, infrastrukturelle oder landschaftlich-ökologische Robustheit beinhalten und somit die Verletzlichkeit unserer Städte minimieren bzw. zu ihrer strukturellen Stärke beitragen“, so die Initiative für Raum und Resilienz (IRUR), die an der Bauhaus-Universität Weimar der Grundlagenforschung zur urbanen Resilienz nachgeht.

The R-Urban housing project, planed by atelier d’architecture autogérée (aaa) is situated close to Paris. It combines aspects of urban gardening and urban mining under a cooperative aspect.

Fotos: atelier d’architecture autogérée (aaa)

 

 

 

 

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