Reden ist Gold

Es steckt mehr Gold im Elektromüll, als wir aus Minen gewinnen können. Sagt einer, der es wissen muss. Nur diesmal ist es kein Umweltschützer, kein bekannter Urban Miner, sondern einer, von dem es kaum jemand erwartet hat: Frans van Houten, der CEO von Philips.
In einer Rede am Weltwirtschaftsforum in Davos greift van Houten zunächst bekannte Tatsachen wie Bevölkerungswachstum, Ressourcenknappheit und deren Auswirkungen auf die Umwelt auf. Und zieht dann die Natur als Vorbild für unseren Umgang mit Ressourcen heran. Verschwendung, so van Houten, gibt es in der Natur nicht. Alles habe seinen Platz und seinen Sinn. Und was nicht mehr gebraucht wird, wird wiederverwertet, schenkt anderen neues Leben.
Die Idee der Kreislaufwirtschaft ist nicht mehr ganz neu. Materialien sollen aus nicht mehr benötigten oder kaputten Produkten zurückgewonnen werden, um sie erneut verwenden zu können. Neu ist, dass der Chef einer der weltweit erfolgreichsten Industrieunternehmen diese Idee propagiert. Und zu Recht darauf hinweist, dass das Ansprechen allein nicht reichen wird.
Die gesamte Produktkette muss überdacht werden, Geschäftsmodelle umgestellt und entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Was die Produkte an sich angeht, spricht van Houten von einem dreiteiligen Lebenszyklus. Design, Gebrauch und die große Frage, was dann passiert, wenn man es eben nicht mehr braucht. Damit eine Kreislaufwirtschaft wirklich funktionieren kann, muss dieser Gedanke eben schon in den Designprozess einfließen. Welche Materialien verwende ich, woher bekomme ich sie? Wo lasse ich produzieren, und wie? Was passiert mit meinem Produkt, wenn dessen Lebenszyklus vorüber ist? Erst wenn diese Überlegungen flächendeckend in den großen Konzernen Fuß fassen, werden wir spürbare Änderungen in unserem Umgang mit endlichen Ressourcen erfahren. Ressourcenschonung beginnt schon vor der Entstehung eines neuen Produkts. Wir haben mit unserem Schwerpunkt auf SMART DESIGN schon vielfach darauf hingewiesen.

Dass der Chef eines weltweit agierenden Unternehmens das Weltwirtschaftsforum als Bühne nutzt, um für die Idee der Kreislaufwirtschaft zu werben, lässt hoffen, dass andere seinem Beispiel folgen werden. Abzuwarten bleibt, wie viel der Ankündigungen tatsächlich umgesetzt werden. Aber es ist, wie so oft, ein Anfang. 

Speech is golden

There is more gold contained in electrical waste than we can obtain from mines. This was claimed by someone who really knows what he’s talking about. Yet this time it isn’t a conservationist or well-known urban miner but someone who no-one expected to hear it from: Frans van Houten, CEO of Philips.
In a speech at the World Economic Forum in Davos, van Houten picked up on known facts such as population growth and scarcity of resources and their effects on the environment. He then used nature as a role model for our treatment of resources. Waste, according to van Houten, is not present in nature. Everything has its place and a purpose. Anything no longer used is recycled, bringing new life to other things.
The concept of recycling is not a new one. Materials should be reclaimed from no longer used or broken products for re-use. What is new is that the head of one of the most successful industrial companies in the world is propagating this concept. And rightly points out that simply talking about it isn’t enough.
The entire product life cycle must be revised, business models re-positioned and relevant legal conditions created. As far as the products themselves are concerned, van Houten speaks of a three part life cycle. Design, use and the big question: what happens to it when it is no longer needed? In order for recycling to really work, these considerations must influence the design process. Which materials will I use, where will I find them? Where do I produce things and how? What will happen to my product at the end of its life cycle? We will only experience noticeable changes in our treatment of finite resources when these considerations take hold at large companies. Conservation of resources takes place before a product exists. We have often pointed this out through our emphasis on SMART DESIGN.

The fact that the boss of an international company used the World Economic Forum as a stage to publicise recycling encourages hope that others will follow his lead. We’ll have to wait and see how many of the announcements will actually be implemented. But it is, as is often the case, a start.     

 

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