Das gefährlichste Geschäft der Schweiz

Die Erklärung von Bern (EvB) durchleuchtet in dem vorliegenden Buch die Rolle Schweizer Unternehmen im boomenden Rohstoff-Business. Als entwicklungspolitische Organisation, die sich für die weltweite Wahrung der Menschenrechte im sozialen und ökologischen Handeln von Unternehmen einsetzt, geht die EvB der Frage nach, wie es sein kann, dass die kleine ressourcenarme Schweiz eine der weltgrößten Rohstoffdrehscheiben ist und damit gewaltige Umsätze schreibt. Eines gleich vorweg: Es ist sicher das profundest recherchierte Buch zum Thema Primärrohstoffe der letzten Zeit.

Dieses faktenreiche Referenzwerk berichtet über die Hintergründe ebenso, wie über die globalen Zusammenhänge, deren Fäden oft in der Schweiz zusammenlaufen. Erst werden die Instrumente und Mechanismen des Rohstoffhandels verständlich gemacht – ohne dabei zu vereinfachen – gefolgt von einem geschichtlichen Rückblick. In den einzelnen Kapiteln, die unabhängig voneinander gelesen werden können, stehen Themen wie Kupfer in Sambia, Gold als Konfliktmetall, Abfälle aus der Erdölproduktion, Korruption und die Geschäftsgebarungen der Big Players im Vordergrund. Aufgrund intensiver Recherchen analysiert die EvB skandalöse Business-Praktiken, porträtiert wichtige Schweizer Firmen, berichtet, wie Deals finanziert und nicht versteuert werden. Sie zeigt aber auch auf, mit welchen sozialen und ökologischen Folgen die Förderländer zu kämpfen haben. Dabei werden die Autoren im Stil niemals mahnend oder besserwissend, sondern sie zählen die Fakten auf. Das ist beeindruckend genug. Darüber hinaus bieten sie eine Reihe von Vorschlägen für mehr Transparenz und Gerechtigkeit im Milliardengeschäft rund um Rohstoffe.

Ein Sachbuch für den interessierten Laien und gleichermaßen für Menschen, die tagtäglich mit Rohstoffhandel zu tun haben. Beiden wird es dabei nicht langweilig und beide werden aus dem Staunen nicht herauskommen.

Rohstoff: Das gefährlichste Geschäft der Schweiz, Erklärung von Bern, Salis Verlag, ISBN-10: 3905801507, ISBN-13: 978-3905801507

Commodities – Switzerland’s Most Dangerous Business

Unnoticed by the public and politicians, Switzerland has become the world’s biggest commodities hub, a fact not noticed by the public and by most of the politicians. From the twelve companies in Switzerland with the highest turnover there are seven that trade in commodities. Most of these traders are located in Zug or Geneva. Switzerland is known for its moderate taxes and has only very few restrictions in doing business.

The book “Commodities: Switzerland’s Most Dangerous Business” gives many information and facts known only to few people inside this powerful and secretive business. It shows how it is possible that poor countries that are rich of natural resources remain poor and why profits of these Swiss companies skyrocket. A very stirring book for experts and laymen alike. A book for all those who want to get in depth inside into commodity trading. Amazing.

Commodities – Switzerland’s Most Dangerous Business, Berne Declaration, Salis Verlag, ASIN: B008LXK9MM

TAGS
, , , ,

X zurück
Comments via Urban Mining

Unknown-2

Urban Minerin des Monats: Olga Witt

Olga Witt ist Architektin. Ihren Beruf übt sie aber derzeit nicht aus. Stattdessen widmet sie sich voll und ganz dem Thema Müllvermeidung. Sie hält Vorträge an Schulen...

> more

Vorträge TU Wien Kreislaufwirtschaft

Neue Vorträge zur Kreislaufwirtschaft

Die öffentliche Vortragsreihe Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft an der TU Wien ist bereits gestartet. Sie widmet sich in diesem Wintersemester 2017 dem Thema de...

> more

Urban Mining Student Award Architektur

Erster Urban Mining Student Award

Bis zum 30. März nächsten Jahres sind Studenten deutschlandweit aufgefordert, Konzepte und Ideen beim ersten Urban Mining Student Award Architektur einzureichen. Die bes...

> more

documenta

Picture of the Month: October

Urban Garden auf der documenta in Kassel/Foto: ©Brigitte Kranner Ist der letzte Tropfen aromatischen, griechischen Olivenöls aufgebraucht, dann ist es viel zu schade, de...

> more