TGM Studenten für Urban Mining

Wir sprachen mit den TGM-Studenten Christoph Blüml, Sebastian Haider, Florian Liener, Bernd Summereder, und ihren Professoren Dipl. Ing. Gabriela Schachinger und Dipl. -Päd. Reinhard Putz über ihre Maturaarbeit und ihren Wunsch, den Menschen Urban Mining näher zu bringen.

Entstanden ist das Projekt letzten Sommer, als wir in der Donau baden wollten. Es gab keine Abstellmöglichkeit für unsere Räder, deshalb mussten wir sie ins Gras legen. Weil wir täglich mit dem Rad fahren, hatten wir die Idee, unserer Vorliebe für Sport und Bewegung mit unserem Umweltbewusstsein zu verbinden und einen Fahrradständer aus Altmetall zu bauen.

Die Studenten erläutern das Hauptziel ihres Projekts: Urban Mining in den Blickpunkt zu stellen und die Gesellschaft dazu zu bringen, mehr über die Umwelt nachzudenken und zu zeigen, dass Materialien, die viele nur als Schrott sehen, in Wahrheit noch nützlich sein können.

Bei der Produktion von Metallen entstehen Schadstoffe, außerdem wird viel Energie verbraucht. Durch die Entscheidung, „alte“ Materialien für unsere Eco-Fahrradständer zu verwenden, schonen wir die Umwelt und sparen Geld und Arbeit.

Zuerst haben wir uns gründlich über das Thema Urban Mining informiert: Begriffsdefinitionen, volkswirtschaftliches Einsparungspotential und Ausblicke auf die nächsten 20 Jahre. 

Im nächsten Schritt beschäftigte sich die Gruppe mit der gründlichen Analyse des Projektumfelds und der Produktionsbedarfsplanung. Eine wichtige Frage war, wo das Metall für den Bau des Fahrradständers herkommen würde.

Das Projekt fand Unterstützung bei Altmetalle Kranner. Nach einem ersten Ideenaustausch besuchten die Studenten das Werk in Stetten, Österreich.

Die Werksführung und unsere Gespräche mit Frau Kranner haben uns sehr geholfen, das Projekt besser zu verstehen und unser Wissen im Bereich Urban Mining zu erweitern. Das Material für den Bau unseres Fahrradständers hat uns Altmetall Kranner netterweise auch gleich zur Verfügung gestellt.

Nach der Sicherung der Materialien konnte sich die Gruppe mit dem Design und der Konstruktion beschäftigen. Das Design des Fahrradständers entstand mit Hilfe von “Inventor”, einem 3D-parametrischen Konstruktionsprogramm. Im Vordergrund des Entwurfsprozesses standen kreatives Design sowie Funktionalität.

Wir wollten etwas Außergewöhnliches kreieren. Unser Fahrradständer sollte nicht so ausschauen wie gewöhnliche Fahrradständer. Wir wollten, dass das Design Kreativität zeigt und in Erinnerung bleibt. Ebenso wichtig war uns Funktionalität.

So entstand die Idee, den Fahrradständer in Form eines Fahrrads zu bauen. Die außergewöhnliche Form ermöglicht die Nutzung auf beiden Seiten, vorne und hinten. Nach dem Bau des Prototyps erweiterten die vier Studenten ihre Idee, Design und umweltfreundliche Funktionalität zu verbinden, indem sie zusätzlich einen Mistkübel integrierten. 

Die TGM-Studenten erläutern die wesentlichen Punkte bei der Suche nach Materialien für ihr Projekt:

Wir suchten nach einem Stück Metall mit der optimalen Dimensionierung für den Bauprozess. Das Metallstück durfte nicht zu groß oder zu klein, zu dick oder zu dünn sein. Wichtig war auch die Korrosionsbeständigkeit, deshalb haben wir den Prototyp aus Torbandstahl gebaut.

Die Studenten sehen in der Verwendung von Altmetallen einige Vorteile: die Einsparung von Zeit und Geld sowie die Umsetzung ihrer eigenen Umweltphilosophie, Materialien wieder in den Kreislauf zurückzuführen.

Das Projekt hat die Gruppe inspiriert, weiter darüber nachzudenken, wie man den Menschen das Thema Urban Mining noch besser näherbringen kann.

Die Zukunft hängt ganz davon ab, wie sich Projekte wie Urban Mining weiterentwickeln. Glas und Plastik werden auch wiederverwendet, warum nicht Metall? Aber so was passiert nicht über Nacht, es ist ein langer Prozess. Es ist wichtig, Urban Mining stärker in die Öffentlichkeit zu bringen, den Menschen mehr zu erzählen, damit sie darüber nachdenken, wo Produkte herkommen und wie sie wiederverwertet werden können.

Die Studenten deuten an, dass sie schon an die nächsten Schritte denken. So wollen sie eine Urban Mining App kreieren, als Information und Denkanstoß. Auch für Kinder wäre eine App denkbar, damit sie spielerisch lernen, wie man nicht verwendete Dinge in einer Stadt wieder in den Kreislauf bringen kann.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es in diesem Youtube Video, welches von den Studenten produziert wurde.  

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