Urban Miner des Monats: Peter Knobloch

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In unserer neuen Serie „Urban Miner des Monats“ präsentieren wir Menschen, die ihr ganz persönliches Urban Mining vorstellen. Dabei fassen wir den Begriff großzügig: Das kann mit dem achtsamen Umgang mit Rohstoffen genauso zu tun haben wie mit der Haltung, Dinge so lange wie möglich zu verwenden. Oder aber auf besonders Energiefressendes zu verzichten und stattdessen eine ökologischere Variante zu bevorzugen. Den Beginn machen wir mit dem Produktdesigner Peter Knobloch von der Universität für angewandte Kunst in Wien. Er fliegt schon lange nicht mehr, dafür ist er leidenschaftlicher Zugfahrer. Auch wenn er dafür komisch angesehen wird.

Wie sieht Ihr persönliches Urban Mining aus?

Peter Knobloch: Ich habe das Zugfahren als ökologische Alternative zum Fliegen für mich entdeckt. 2011 bin ich das letzte Mal in ein Flugzeug gestiegen. Soll nicht heißen, dass ich nie mehr wieder in ein Flugzeug steigen werde, aber ich reise gerne mit der Bahn. Fast jedes Jahr fahre ich einmal nach Schweden. Die Strecke Wien-Hamburg fahre ich immer im Liegewagen mit dem Nachtzug und bin ausgeschlafen, wenn ich ankomme. Sonst lese ich, schau eine Serie an oder beim Fenster raus oder dös’ ein bisschen. Zugfahren statt fliegen ist für mich kein Verzicht, sondern eine entspannte Reisemöglichkeit.

Produktdesigner Peter Knobloch ist unser Urban Miner der Monats.

Produktdesigner Peter Knobloch ist unser Urban Miner der Monats.

Beim Fliegen ist es so, dass man in einer Großraumröhre sitzt, weder links noch rechts schaut und hofft, dass es schnell wieder vorbei ist. Fliegen ist eigentlich fad, laut, man isst mit angezogenen Ellenbogen und muss sich fünfmal irgendwo anstellen. Im Nachtzug hingegen hat man stillschweigend mit fünf anderen Personen die Absicht erklärt, die Nacht gemeinsam auf kleinem Raum zu verbringen. Irgendwie sind die Leute dort gut drauf und offen. Und man kommt mit Menschen ins Gespräch, mit denen man sonst nicht ins Plaudern kommen würde.

Ist bei Ihrem persönlichen Urban Mining, dem Zugfahren, auch etwas schief gegangen?

Peter Knobloch: Schief gegangen ist nichts, schief angeschaut wurde ich hingegen schon. Vor einigen Jahren waren wir von der Uni aus in London. Bei den Firmen, die wir besuchten, gab es anfangs einen Small-Talk. Und auf die Frage „Wie war der Flug?“, hieß es: Es sind nicht alle geflogen, er ist mit dem Zug gefahren und deuteten auf mich. Da war ich dann der Exot.

Was könnte bei Ihrem persönlichen Urban Mining, dem Zugfahren, verbessert werden?

Peter Knobloch: Dass das europäische Bahnsystem endlich harmonisiert wird. Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Buchungsplattform trainline

Wir danken für Ihr persönliches Urban Mining!

 Mag.art. Peter Knobloch ist Senior Lecturer am Institut für Design/Industrial Design in der Abteilung Industrial Design 2 an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Unsere ausgewählten Fotos zeigen Arbeiten von Designstudenten der Universität für angewandte Kunst in Wien. Das Artikelbild präsentiert das Projekt „Transitory Garments – wenn der Pullover wieder zum Garn wird“ von den Designstudenten Alexandra Fruhstorfer, Anna Neumerkel, Maximilian Scheidl.

Die Grafik (unten) zeigt das Projekt “Plastic Waste Managment” von Designstudent Philip Mattha.

Starting today, we would like to present The Urban Miner of the Month. We want to introduce to you people, who already have found their own way of environmental conscious living and their individual solutions to urban mining.

We start with Peter Knobloch, senior lecturer at the institute for design/industrial design department Industrial Design “ at Vienna Art School.

The last time he took the plane was 6 years ago. From then on he has been travelling mostly by train. Not only in regard of the environment, he also finds it more fun and inspiring than flying.

Projekt “Plastic Waste Managment” von Designstudent Philip Mattha.

Projekt “Plastic Waste Managment” von Designstudent Philip Mattha.

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