Urban Miner: Manfred Assmann

Urban Miner des Monats: Manfred Assmann

Als Geschäftsführer des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV) weiß Manfred Assmann, dass Abfall nicht gleich Abfall ist. Vieles davon kann genutzt und wiederverwertet werden. Und er ist sich nicht zu schade, Muffins aus der Biotonne zu holen, um sie vor Ort zu verzehren. Aus Demonstrationsgründen versteht sich!

Wie sieht Ihr persönliches Urban Mining aus?

Urban Miner des Monats: Manfred Assmann

Manfred Assmann ist Geschäftsführer des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes.

Manfred Assmann: Nachdem ich beruflich im ÖWAV und damit auch im Bereich der Abfallwirtschaft engagiert bin, verbinde ich persönlich mit dem Schlagwort „Urban Mining“ eine bereits vor vielen Jahren seitens des BMLFUW und dem BMWFW gestartete Informationskampagne, die u.a. die überaus gelungene Broschüre „Schätze der Stadt“ herausgab.

Daher war es für mich eine Verpflichtung, dass wir uns im Rahmen des Umbaus und der Generalsanierung unseres Büros in der Marc-Aurel-Straße in Wien, den Herausforderungen des Urban Minings gestellt haben. Es ging mir darum, die Ansprüche eines Büros im 21. Jahrhundert mit dem alten Baubestand des denkmalgeschützten Hauses zu vereinen. Mein Ziel: Die Abfallvermeidung und möglichst viel vom Altbestand erhalten und das, was rückgebaut werden muss, sortenrein zu erfassen und einem geordneten Baustoff-Recycling zuzuführen. So konnten zahlreiche alte Türen, Fensterstöcke und Fenster durch Ausbau und Sanierung erhalten bleiben. Schad- und Störstoffe wurden sorgfältig getrennt und Betonbruch, Altholz sowie Altmetalle sortenrein übergeben. Wie es sich gehört!

Ist bei Ihrem persönlichen Urban Mining etwas schiefgegangen? 

Manfred Assmann: Für mich gehört die geordnete Sammlung und das Recycling von gebrauchten Konsumgütern sowie Altstoffen ebenso zum Urban Mining. Im Alltag versuche ich natürlich als Bürger meinen täglichen Beitrag zur Abfalltrennung, aber vor allem auch zur Abfallvermeidung zu leisten. Nachdem ich eher selten in der Küche anzutreffen bin, halten sich bei mir die Herausforderungen bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen in Grenzen.

Aber ein Erlebnis in meiner unmittelbaren Nachbarschaft ist mir in Erinnerung geblieben: Ein kleiner Backbetrieb entsorgte seine nicht verkauften Backwaren und ‑erzeugnisse täglich über die Biotonne. Mich persönlich ärgerte die Unbelehrbarkeit des Betriebes, seine Produktion an den tatsächlichen Verbrauch anzupassen. Auch mein Angebot und meine Unterstützung, sich der Wiener Tafel zu bedienen oder die nicht gebrauchten Backwaren an soziale Einrichtungen weiterzugeben, wurden leider nicht wahrgenommen. Selbst mein letzter Versuch der Überzeugung, in dem ich im Gespräch einwandfreie Muffins aus der Biotonne genommen und vor Ort verzehrt habe, führte leider nicht zum gewünschten Erfolg.

Was könnte bei Ihrem persönlichen Urban Mining verbessert werden?

Manfred Assmann: Ich persönlich beabsichtige in den kommenden Jahren meinen ökologischen Rucksack vor allem beim Kauf von Konsumgütern bewusst zu reduzieren. Neben dem Konsum sind hier vor allem die Bereiche Freizeit, Ernährung, Wohnen und Mobilität zu nennen. Neben dem Fahrrad und der U-Bahn als bevorzugtes Transportmittel zum Arbeitsplatz, soll auch der komfortable Transport mit dem Zug zur Selbstverständlichkeit werden. Es ist mir zudem ein persönliches Anliegen, den nächsten Schritt zu einer gewissen Energieautarkie vorzubereiten. Mittelfristig ist daher die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf meinem privaten Wohnhaus geplant. Es ist für mich ein unbedingtes Muss, dass ein Teil der Energieversorgung meiner Wohnung aus eigenen, erneuerbaren Energiequellen stammt.

Wir danken für Ihr persönliches Urban Mining!

DI Manfred Assmann ist Geschäftsführer des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV). Im Vorjahr hat der ÖWAV die Kampagne „Rund geht’s“ ins Leben gerufen. Mit medienwirksamen Aktionen soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Abfälle wertvolle Sekundärrohstoffe sind. Weitere Details auch auf der FB-Seite.

Manfred Assmann, COO of the ÖWAV (Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband) is our urban miner of the month of January. Waste prevention, urban mining and energy autarchy are already part of his daily routine and his way of life.

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