Verbietet das Bauen

P1050478

Mit dem Buch „Verbietet das Bauen“ legt Autor Daniel Fuhrhop eine Streitschrift vor. Seine Ideen sind vorausdenkend und visionär. Mit seinem Bemühen um einen möglichst geringen Rohstoff- und Energieverbrauch, verlässt Fuhrhop ausgetretene Pfade und skizziert einen anderen Weg der Baukultur von Morgen.

Das mittlerweile schon in zweiter Auflage erschienene Werk hat nicht zuletzt Vertreter des Magazins Deutsches Architektenblatt auf den Plan gerufen. Fuhrhops Forderung „Verbietet das Bauen“ sei egoistisch und nur im Sinne derjenigen, die schon gut wohnten, kritisierten die Macher des Architektenblattes. Doch so egoistisch klingen seine Thesen nicht, wenn er meint, Städte seien schon fertiggebaut, es sei genug Wohnraum vorhanden und es fehle nur an Plänen und Willen, diese Räume zu nutzen.

Fuhrhop ist auch voller Ideen, wie wir bereits bestehende Gebäude als Wohnräume neu nutzen können. Da gibt es beispielsweise eine große Anzahl von leerstehenden Büros, die zu Wohnungen umgebaut werden könnten. Oder Zusammenlegungen, Aufstockungen oder – je nach Familiensituation – Wohnungstausch.

Aber auch mit dem Aufräumen von Mythen spart Fuhrhop nicht: Passivhäuser sind nicht ökologisch, wenn sämtliche Kosten (neue Infrastruktur, weite Wege, Produktionskosten für energiesparende Teile) Berücksichtigung finden. Bei dieser in jüngster Vergangenheit propagierten Art des Bauens wird für den Autor einfach das Falsche gefördert. Und auch sein Schluss, dass der Neubau Lebensqualität zerstöre und mit weiten Wegen vom Stadtrand zur Arbeit verbunden ist, stieß auf harsche Kritik.

Fuhrhop ist ein wahrer Vertreter der Gemeinwohlökonomie; seine Sichtweise ist eine rein volkswirtschaftliche und er rechnet vor, dass die Energie- und Ressourcenbilanz bei der Sanierung von Altbauten viel besser ist als bei Neubauten, selbst wenn es ein Passivhaus ist. Der Knackpunkt dabei ist nur: Was wird in die Berechnungen einbezogen?

Titel_Fuhrhop_Bauen_fbSeine Vorschläge sind machbar und richtig, aber wahrscheinlich utopisch, weil wir andere Bedürfnisse haben als energie- und ressourcenschonend zu bauen und zu leben. Woher diese Bedürfnisse kommen? Ob sie aus dem Inneren des Menschen entwachsen oder künstlich erzeugt werden? Das muss jeder für sich entscheiden. Eine echte Streitschrift.

No need to build new houses or appartments, this is the credo of Daniel Fuhrhop. In his polemic paper he shows how it could be done. It would cost less, be more ecological and energy efficient and would comsume less resources.

Daniel Fuhrhop; Verbietet das Bauen! Eine Streitschrift Oekom Verlag, ISBN-13: 978-3-86581-733-

TAGS
, ,

X zurück
Comments via Urban Mining

Urban Miner Martin Aschauer

Urban Miner of the Month: Martin Aschauer

Er ist es gewohnt, die Kommunikation zu gestalten. Als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von GLOBAL 2000 entwickelt Martin Aschauer Strategien und Visionen für eine nachh...

> more

Konfliktmineralien

Transparenz bedeutet weniger Leid

Der Verkauf von Rohstoffen füllt so manche Kriegskassa und führt zu massivem Elend in politisch instabilen Regionen. Damit menschliches Leid rund um diese „Konfliktmin...

> more

Warehouse in Abu Dhabi

Picture of the Month – November

Warehouse in Abu Dhabi/Foto: ©Brigitte Kranner Was wären die Vereinigten Arabischen Emirate ohne ihre Lagerhäuser? Während einige dieser „Warehouses“ international...

> more

Wertstoffwende im Harz

Wertstoffwende im Harz

Schon seit geraumer Zeit arbeiten einige Hochschulen Deutschlands zum Thema Recycling eng zusammen. Nun haben sich diese kooperierenden Institutionen zum Ziel gesetzt, den...

> more