Zero-Waste trifft urbane Landwirtschaft

Bereits zum zweiten Mal hat in diesem Jahr der Karls Garten Saison. Der in der Zwischenzeit herangewachsene Hotspot urbaner Landwirtschaft in Wien zeigt den Trend auf, mit gebrauchten Alltagsgegenständen einen Selbstversorgungsgarten zu errichten, um Gemüse in der Stadt zu kultivieren. Ohne groß investieren zu müssen, werden vielfältige Ansätze gezeigt, eigene Früchte zu ernten. Neben Hochbeeten, begrünten Palettenmöbeln und vertikalen Flaschenwänden gibt es für Gärtner und Fans von Zero-Waste-Initiativen wieder vielfältige Tipps von Experten der Universität für Bodenkultur (BOKU).

Als Schau- und Forschungsgarten des Vereins Karls Garten initiiert, widmen sich die Organisatoren vor allem der Frage, welchen Einfluss das starke Verkehrsaufkommen auf den Garten hat. Wie hoch sind Schwermetallbelastung und Feinstaub und wie wirken sich die Folgen auf die Pflanzen aus.

Neben diesem wissenschaftlichen Hintergrund ist der Karls Garten zu einem blühenden Experimentierfeld herangereift: Eigene Bienenstöcke, ein Feld für Weinbergschnecken, Weinreben, Obstbäume und Sträucher machen urbane Landwirtschaft schmackhaft.

Vertikaler Garten aus Recycling-Material

Doch man muss keinen Garten haben, um die dort gewonnenen Tipps in die Praxis umzusetzen. Ein kleiner Balkon oder eine Terrasse tut es auch, um z. B. den vertikalen Garten aus recycelten PET-Flaschen zu realisieren. Neben PET-Flaschen wird noch als Werkzeug ein Stanley Messer benötigt und schon geht’s los! Ein cleveres Pflanzsystem, das dem Gärtnern auf kleiner Fläche eine neue Dimension eröffnet.

Der Karls Garten ist aber weit mehr als ein Ort, wo neue Zero-Waste-Initiativen umgesetzt werden. Er hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre zu einem wahren Treff- und Begegnungsort entwickelt. Ohne etwas konsumieren zu müssen, sitzen die Besucher an lauen Sommerabenden auf den begrünten Palettenmöbeln innerhalb des wachsenden Gartens und unterhalten sich. Ein Stück Stadt, das vorher unbelebt war, wurde von den Menschen für sich entdeckt und mit Leben erfüllt.

 

Zero waste meets urban agriculture

This year, Karls Garden is in season for the second time. The hotspot of urban agriculture, that meanwhile has burgeoned, showcases the trend of building your own self-catering garden using recycled everyday items in order to grow vegetables in the city. Without needing costly investments, various approaches demonstrate how to harvest your own fruit. In addition to raised beds, planted palette furniture and vertical bottle walls, gardeners and fans again benefit from a variety of tips provided by experts of the University of Natural Resources (BOKU).

Initiated as a show and research garden of the association Karls Garden, the organisers focus primarily on the question of how heavy traffic impacts the garden. How high are heavy metal and particulate contamination and what are the consequences thereof for the plants.

Aside from the scientific background, Karls Garten has matured into a flourishing experimental site: beehives, a field for garden snails, vines, fruit trees and shrubs make urban agriculture tasty.

Vertical garden from recycling material

But you don’t have to have a garden in order to be able to implement what you learn there. A small balcony or a patio is all you need to create for instance the vertical garden made from recycled PET bottles. Aside from the PET bottles, you’ll need a Stanley knife and you’re ready to roll! A clever planting system that opens up a new dimension to small-space gardening.

But Karls Garten is much more than a place where new zero waste initiatives are implemented. Over the past two years it has become a favourite meeting place, a space of encounter. On balmy summer evenings, visitors lounge and chat on the planted palette furniture in the thriving garden without being required to consume anything. A piece of city previously devoid of life has now been appropriated by the people and filled with life.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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