Ein Jahr ARA Innovation Space

Im Oktober 2017 starteten die Aktivitäten des ARA Innovation Space (AIS). Ein Jahr lang hat ein multidisziplinäres Team aus Wissenschaftlern, Kreativen und Unternehmern neue Ideen rund um Kreislaufwirtschaft generiert. Die Ergebnisse dieses einjährigen Arbeitsprozesses wurden am 20. September 2018 bei der großen EU-Konferenz zur Kreislaufwirtschaft einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Wir sprachen mit der Kuratorin Laura Glasberg über Erfolge und besondere Herausforderungen.

Sind Ihre Ziele mit dem ARA Innovation Space aufgegangen?

Laura Glasberg: Ja, ich habe mir am Anfang des Projekts zwei Ziele gesetzt und ich freue mich sehr darüber, dass nun tatsächlich alle in Erfüllung gegangen sind.

Erstens wollte ich junge und kreative Menschen mit unseren Events ansprechen und dazu bewegen, sich untereinander zu vernetzen und einzubringen in die Aktivitäten des Innovation Space. Unsere Events waren tatsächlich das ganze Jahr über sehr gut besucht und unsere Ausstellung „Let’s Circulate“ ist für mich der größte Erfolg in die Richtung. Junge Unternehmer und Künstler haben ihre Zeit und Ihre Motivation in unsere Ausstellung investiert und gemeinsam haben wir einen Ort geschaffen, bei dem es wirklich nur um Kreislaufwirtschaft geht. Die Atmosphäre bei der Eröffnung hat für mich genau das widergespiegelt – eine junge und energetische Community, die wirklich etwas bewegen möchte.

Zweitens hatte ich gehofft, dass auch wenn der Innovation Space nur knapp ein Jahr existiert, er Spuren hinterlassen wird, die auch nach seiner Existenz erkennbar sein werden. Und auch das haben wir geschafft; zuerst mit unseren Kurzfilmen, bei denen wir wichtige Themen aufgreifen, aber auch im Bereich der Vernetzung und Entstehung neuer Projekte. Ich wurde in letzter Zeit immer wieder mit dem Satz angesprochen: „Dank eurem Event habe ich xy kennen gelernt und wir arbeiten jetzt an einem gemeinsamen Projekt!“.

Was waren die Herausforderungen für Sie?

ARA Innovation space

Laura Glasberg, Kuratorin von ARA Innovation Space

Laura Glasberg: Die größte Herausforderung für mich war es, in sehr kurzer Zeit etwas auf die Beine zu stellen, das Menschen aus den verschiedensten Disziplinen anspricht. Kreislaufwirtschaft ist immer noch ein Fremdwort für viele, die nicht in der Abfallwirtschaft tätig sind und es war mir wichtig, dieses Thema so aufzubereiten, dass eben auch Künstler und Kreative sich zu unseren Veranstaltungen verirren würden. Wien ist eine Stadt mit einem ungeheuren Angebot an interessanten Veranstaltungen und meine Aufgabe war es innerhalb kürzester Zeit ein Projekt aufzubauen, das sich mit diesem Angebot messen kann.

Gab es ein ganz besonders positives Erlebnis in diesem Jahr?

Laura Glasberg: Abgesehen von unserer Ausstellung, die für mich wirklich greifbar macht, woran wir die letzten Monate gearbeitet haben, war unser Auftritt bei der „Bringing the action plan to life: towards a fact based circular economy“ Konferenz am 20. September am ERSTE Campus ein besonders aufregendes Erlebnis. Ich wusste seit Anfang des Projekts, dass an diesem Tag rund 400 Menschen aus Privatwirtschaft, Politik und Wissenschaft gespannt zuhören werden, was denn nun der ARA Innovation Space sei. Wir haben uns entschieden, kreativ und innovativ zu sein und haben einen Kurzfilm für diesen Tag gedreht. Der Film ist wirklich gut angekommen und ich bin sehr stolz auf das ganze Team für diese tolle Leistung!

Danke für das Gespräch.

Kommentar der Herausgeberin:

Herzerfrischende Entsorgungswirtschaft

Brigitte KrannerEntsorgungswirtschaft ist normaler Weise fad. Wir „Alten“, die wir aus der Entsorgungswirtschaft kommen, haben noch das Abfallwirtschaftsgesetz als „Bibel“ zu akzeptieren gelernt. Das ist – mit Verlaub – ein ziemlich eingeengter Fokus.

Der ARA Innovation Space hat einen völlig neuen, erfrischenden Zugang zur Ressourcenschonung geschaffen. Er fungierte dabei wie ein Türöffner, der jungen Menschen mit nachhaltigem und ökologischem Anspruch Eintritt eröffnet. Die dabei
selbstverständlich genutzten Social Media-Kanäle waren genau die richtigen Werkzeuge, um junge Menschen zielgruppenspezifisch anzusprechen.

Doch diese Kommunikation kam nicht nur bei den Jungen an. Auch wir, alte Entsorger, haben den Zugang von Laura Glasberg sehr spannend gefunden. Er hat die sonst so fade Entsorgungswirtschaft ganz anders dargestellt. Herzerfrischend!

Mag. Brigitte Kranner
ist Geschäftsführerin von Altmetalle Kranner und Herausgeberin von Urban Mining.

With the ARA Innovation Lab Laura Glasberg showed that circular economy can be young, fresh and hip. It was an experiment limited to one year and financed by ARA, Austrias leading company for packing collection and recycling. To learn more about the activities of the last year have a look at the video.

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Comments via Urban Mining
  • Brigitte Maurer

    Dass ein so junger Mensch, wie Laura Glasberg, sich der Sache, wie unsere Abfallwirtschaft zu eine Kreislaufwirtschaft zu gestalten ist, angenommen hat finde ich großartig. Ich gratuliere ihr und ihrer Crew auf das Herzlichste!!

    • urbanmining.at

      Danke Frau Maurer für Ihren Kommentar. Und ja, Frau Glasberg hat da wirklich „herzerfrischende“ Arbeit geleistet. Bleibt zu hoffen, dass der Innovation Space Anstoss für weitere „junge Projekte“ war, von denen wir Sie selbstverständlich in Zukunft auf Urban Mining auf dem Laufenden halten.

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