Endstation Meer? Das Plastik-Müll Projekt

Bis 23. August läuft noch in Graz die Ausstellung Endstation Meer? Das Plastikmüll-Projekt. Die vom Museum für Gestaltung Zürich als Wanderausstellung konzipierte Schau wirft einen kritischen Blick auf unsere Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Es geht dabei um die gewaltigen Mengen an Plastikmüll, die täglich in die Meere gelangen und verheerende Folgen an der Natur anrichten. Die Ausstellung widmet sich aber auch den Lösungsansätzen, um das globale Problem in den Griff zu bekommen.

Unsere Meere haben sich zusehends in eine gigantische Plastiksuppe verwandelt und es gibt heute keinen einzigen Quadratmeter Meer ohne Plastik. Der Großteil des Mülls sinkt zum Meeresboden, nur rund 30 % schwimmt an der Oberfläche und bildet aufgrund der Meeresströmungen riesige Plastikstrudel.

Massive Gesundheitsgefährdung

Nachdem Plastik biologisch nicht abbaubar ist, werden die einzelnen Teile immer weiter zerkleinert. Die winzigen Partikeln setzen sich in den Tieren ab und gelangen schlussendlich in die Nahrungskette. Für Mensch und Tier bedeutet Plastik eine massive Gesundheitsgefährdung.

Neben den fatalen Auswirkungen widmet sich der zweite Teil der Ausstellung möglichen Lösungsansätzen: Aspekte des Produktdesigns, Vor- und Nachteile synthetischer Materialien sowie die Möglichkeiten des Recyclings werden aufgezeigt. Unter dem Motto „Reduzieren – Wiederverwenden – Recyceln – neu denken – neu gestalten“ möchte die Ausstellung auch Konsumenten zum Handeln motivieren. So wurde beispielsweise schon vor Eröffnung der Ausstellung dazu aufgerufen, Plastikmüll zu sammeln, die Menge zu dokumentieren und von den Erfahrungen berichten. Die einzelnen Berichte sind online auf dem Museumsblog nachzulesen.

Recycling-Innovation „Concept Manta“

In das gleiche Horn stößt ein Forschungsprojekt von Studenten der Fachhochschule Joanneum Graz. Sie entwarfen „Concept Manta“, ein autonomer Katamaran, der die Müllstrudel reduzieren soll. Mit einer Art Rechen wird der Müll aus dem Wasser gefischt, in Säcke verpackt, mit einer Senderboje versehen und wieder ins Wasser geworfen. Vorbeifahrende Fischer können die Säcke an Bord holen und im Hafen gegen eine Prämie abgeben. Einer der Verantwortlichen dieses Projektes, Alexander Reinalter, betonte gegenüber dem Standard, dass dieses Konzept „nicht den Anspruch hat, verwirklicht zu werden, sondern um Raum für Innovation und Anstöße in neue Richtungen zu geben.“

Endstation Meer? Das Plastikmüll-Projekt: Naturkundemuseum, Joanneumsviertel, 8010 Graz; kuratiert von Christian Brändle und Angeli Sachs (Museum für Gestaltung Zürich)

Foto 1: Unter der Wasseroberfläche, Great Pacific Garbage Patch; ©Lindsey Hoshaw; Foto 2: Plastiksuppe, in kleine Stücke aufgebrochene Plastikteile; ©NOAA/PIFSC; Foto 3: Ausstellungsansicht „Endstation Meer?“; ©Universalmuseum Joanneum/N. Lackner; Foto 4: Plastikmüll als Habitat für Meeresbewohner, Great Pacific Garbage; © Lindsey Hoshaw

 

Exhibition: The sea as the final destination for plastic trash

The exhibition in Graz will be open until August 23rd 2015. It not only lines out the problems but tries to offer ideas for a change as well.

 

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