iFixit: Open-Source Reparatur-Anleitungen

Geplante Obsoleszenz war nicht nur in den 1920er Jahren ein Thema, als große Glühbirnenhersteller eine Leuchtzeit von 1000 Stunden festsetzten, um Konsum gezielt anzutreiben. Auch heutzutage wird genau dieses Phänomen immer öfter thematisiert. Seit Apple’s iPods und iPhones am Elektronikmarkt Oberhand gewonnen haben, sind Elektronikgadgets zu Modeprodukten geworden und das mit all den zugehörigen Eigenschaften. Das neueste Gadget zu besitzen, scheint ein gesellschaftliches ‘Must’.

So ist es auch nicht üblich, Geräte zu reparieren, da der Service oft teuerer ausfällt, als das Gerät zu ersetzen. Zusätzlich werden funktionstüchtige Geräte mit Mikrochips versehen, die für das Verlangsamen älterer Modelle verantwortlich sind. Damit ist das Bedürfnis ein Nachfolgeprodukt zu erwerben, nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein vom Unternehmen gefördertes. 

Neben der “Neuheitsideologie” erweist sich die Tatsache, dass Produkte selten von Laien repariert werden können, als Ursache wachsender Elektronik-Schrottberge. Die Modelle sind so ausgelegt, dass sie schraubenlos und mit komplizierten Klebevorgängen nur durch eingeweihte Profis gewartet werden können. Bei vielen Produkten weisen sogenannte Sollbruchstellen schon nach einem kurzen Zeitraum Spuren der Abnutzung auf.

Um die Möglichkeit zu schaffen, Geräte selbst zu reparieren, haben zwei junge Kalifornier die Plattform iFixit.com entwickelt. Bei iFixit gibt es nicht nur Ersatzteile, sondern auch eine Opensource Community, die Reparaturanleitungen zur Verfügung stellt. So kann auch ein Anfänger seinen Laptop zerlegen und einmal auch hinter den Vorhang der scheinbar schraubenlosen Geräte gucken. 

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