Recycle Farming für kreative Pausen

Ganz im hintersten Eck erstrahlt eine Oase. Der Garten auf dem Wiener Firmengelände von Altmetalle Kranner ist weit mehr als ein blühender Ort inmitten von Metallen und Gewerbebau: Dieser Garten ist ein wachsendes Recycling-Projekt. Urban mining wird hier gelebt.

Früher war hier eine Kegelbahn, die hat aber niemand mehr gebraucht. Nach deren Abbruch stellte sich die Frage der Nutzung dieses schmalen, länglichen Grundstücks, das direkt neben dem Bürogebäude liegt und eine Grenze zum Nachbargrundstück darstellt. Man entschied sich die schön westseitig gelegene Fläche zu einem Garten zu machen. Es sollte aber kein 0815-Garten werden, sondern einer, der die Firmenphilosophie widerspiegelt: Statt Pflanzen zu kaufen, brachte jeder Mitarbeiter eine „Recycling-Pflanze“ mit – eine Pflanze, die zu Hause nicht mehr gebraucht wird. Und so entstand ab dem Jahr 2009 ein internationaler Recycling-Garten: Die aus Polen, Bosnien und Korneuburg stammenden Pflanzen geben heute zusammen ein vielfältiges, harmonisches Bild.

Auch die Einrichtung und Möblierung des Gartens ist recycelt: Bänke, Stühle, Tische, Waschbecken und Mistkübel wurden bereits einmal weggeworfen und haben als Garteneinrichtung eine neue Bestimmung gefunden. Eine alte Badewanne dient als Tränke, im alten Futterhäuschen laben sich Vögel aller Art. In der Nacht zieht hier sogar ein Fuchs seine Runden.

 

„Alles ist hier gebraucht“, erzählt Brigitte Kranner (rechts im Bild), die sich besonders gerne auf der von Erdbeeren umrankten, recycelten Bank niederlässt. In der warmen Jahreszeit wird im Garten mit den Mitarbeitern das Mittagessen genossen; abends nach dem Tagesgeschäft in der Fachliteratur geschmökert.

Große Pläne haben die Mitarbeiter bereits für die nächste Saison: Sie wollen ihren Recycling-Garten zu einem Recycling-Gemüsegarten weiter entwickeln. Für das tägliche Mittagessen soll das Gemüse direkt aus dem eigenen Garten kommen. Die alten Paletten für die Hochbeete stehen schon bereit.

Aus gebrauchten Materialien werden neue Güter geschöpft – mitten in der Stadt: UrbanMining als gelebte Firmenkultur.

 

Recycle Farming for Creative Breaks

A lush oasis graces the furthest back corner. The garden on the Viennese premises of the Altmetalle Kranner Company is far more than a flowering backdrop to the metal scraps and industrial buildings: this garden is a thriving recycling project. Here, urban mining has been inspired with life.

The place used to be a skittle alley, but it fell into disuse. After the facility had been razed, it was unclear what was to become of this narrow, long strip of land right next to the office building that forms the boundary to the adjacent property. A decision was made to turn the area snugly located on the western side of the property into a garden. No run-of-the-mill garden, but one that reflected the company’s philosophy: instead of buying plants, each employee was asked to bring along a “recycling plant” – a plant that was no longer needed at home. And that is how the international recycling garden began to take shape starting in 2009: today, the plants, which hail from Poland, Bosnia and Korneuburg, create a diverse, harmonious environment.

The amenities and furniture in the garden are made from recycled materials as well: discarded benches, chairs, tables, washing basins and rubbish bins have been given a new lease on life as garden furniture. An old bathtub serves as a trough while all kinds of birds come to feast at the old feeder. A fox even passes by here on its nighttime rounds.

“Everything is put to use here”, says Brigitte Kranner, who particularly enjoys reclining on the recycled bench in the strawberry patch. In the warmer months of the year, she joins the employees for lunch in the garden; in the evenings, after close of business, she whiles away here time in the garden browsing through special interest publications.

The employees already have ambitious plans for the next season: they intend to turn their recycling garden into a recycling vegetable garden. They plan to harvest the vegetables for their daily lunchtime meals directly in their own garden. The decommissioned pallets for the raised beds are waiting, ready for use.

Used materials are converted into new goods – right smack in the middle of the city: urban mining as a corporate culture that is effectively put into practice.

 

 

 

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