Urban Minerin: Minimal Mimi

Urban Minerin des Monats: Minimal Mimi

Ekaterina ist im Netz als Minimal Mimi bekannt. Mit ihrem eigenen, gleichnamigen YouTube-Kanal versorgt sie ihre Tausenden von Abonnenten regelmäßig mit Videos über nachhaltigen Konsum und Abfallvermeidung. Anfangs ging es der Studentin aus Berlin hauptsächlich um das materielle Ausmisten. Heute hinterfragt sie all ihre Konsumentscheidungen und versucht in allen Bereichen so bewusst wie möglich zu leben.

Wie sieht Dein persönliches Urban Mining aus?

Minimal Mimi: Ich ernähre mich schon seit einigen Jahren vegan und habe dadurch wahrscheinlich auch ein erstes Bewusstsein dafür entwickelt, dass mein Konsumverhalten direkte Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt hat. Inzwischen kaufe ich meine Lebensmittel ausschließlich in Bioqualität und nach Möglichkeit regional. Außerdem verzichte ich beim Einkauf soweit es geht auf Einwegverpackungen und auch sonst reduziere ich meinen Müll auf ein Minimum. Ich kaufe kein Wasser in Flaschen, sondern trinke einfach Leitungswasser. Ich mache viele Haushaltsreiniger und Kosmetikprodukte selber aus einfachen, natürlichen Zutaten, die ich sowieso vorrätig zuhause habe, zum Beispiel meine Deo-Creme, die nur aus Kokosöl, Natron und Maisstärke besteht. Ich habe Einweg- gegen Mehrwegprodukte ausgetauscht, zum Beispiel Tampons gegen Menstruationstasse, Abschmink-Wattepads gegen Stofftücher, und ich habe unterwegs meine eigenen Behältnisse dabei, um Plastikgeschirr oder Papiertüten zu vermeiden.

Kleidung kaufe ich bevorzugt Second Hand und ansonsten von Firmen, die fair und nachhaltig produzieren. In Berlin bin ich hauptsächlich mit dem Fahrrad unterwegs. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern hält mich auch fit. Ich verreise selten und wenn, dann fahre ich mit dem Zug, statt zu fliegen.

Urban Minerin des Monats Minimal Mimi

Minimal Mimi ist unsere Urban Minerin des Monats.

Das Schöne an meinem neuen bewussteren und nachhaltigeren Konsumverhalten ist, dass es mir Spaß und viel Freude bereitet. Die Umstellung war ein Prozess und mir war es immer wichtig, dabei nicht zu dogmatisch zu sein. Man kann und muss nicht gleich alles richtig machen. Es geht vor allem darum, weniger zu konsumieren und mehr darauf zu achten, was man konsumiert.

Ist bei Deinem persönlichen Urban Mining auch etwas schiefgegangen?

Minimal Mimi: Im Alltag kommt es immer wieder zu Situationen, in denen ich eher unfreiwillig Abfall produziere. Zum Beispiel, wenn ich trotz Hinweis am Briefkasten einen Stapel unerwünschter Werbeprospekte erhalte, die in Folie eingeschweißt sind, oder wenn mir jemand unvorhergesehen einen Einwegplastikbecher reicht. Manchmal werde ich aber auch einfach schwach, wenn ich Heißhunger auf einen Schokoriegel verspüre und gerade keine verpackungsfreie Alternative habe. Solchen Abfall sammle ich dann in meinem Bügelglas, um mir zu veranschaulichen, wie viel Abfall ich tatsächlich produziere und auch, um mich weiterhin zu motivieren am Ball zu bleiben.

Was könnte bei Deinem persönlichen Urban Mining verbessert werden?

Minimal Mimi: Ich finde nicht immer eine passende nachhaltige Alternative. Zum Beispiel liebe ich es nach wie vor, mich zu schminken. Ich besitze zwar nur einige wenige Make-up-Produkte und ausschließlich Naturkosmetik, allerdings gibt es auf dem deutschen Markt kein Make-up ohne Plastikverpackung. Mir ist es bisher nicht gelungen, brauchbares Make-up aus unverpackten Zutaten selberzumachen, aber ich werde weiterhin experimentieren.

Wir danken für Dein persönliches Urban Mining!

Minimal Mimi auf YouTube

Die Videos von Minimal Mimi zeigen Tipps wie beispielsweise ein Zimmer mehrfach genutzt (als Schlaf-, Arbeits- und Wohnzimmer) werden kann und mit so wenig wie möglichen Einrichtungsgegenständen auskommt. Oder ein anderes Video beschäftigt sich mit der Herausforderung, ein preiswertes Essen mit den Eigenschaften: bio, vegan und verpackungsfrei einzukaufen. Mehr Tipps gibt es auf dem Minimal Mimi-Kanal.

Hier geht’s zu Mimis Instagram Account

Alle Fotos: ©Minimal Mimi

Ekaterina is her real name, but on her YouTube Channel she calls herself Minimal Mini. The name speaks for itself: she tries to live a good life with an minimal impact on the environment. She is our urban miner of the month February.

 

 

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Comments via Urban Mining
  • Wolfgang Pangritz

    Stehen absolut am Anfang. Meine Tochter und Schwiegersohn macn uns es vor. Möchte mehr Infos. Sind begeistert

      • urbanmining.at

        Lieber Herr Pangritz, danke für Ihr Interesse! Mehr Informationen zum Reduzieren, Ausmisten aber auch zum nachhaltigen Konsum finden Sie z. B. auf den Videos der Minimal Mimi: Hier geht es zu ihrem Kanal https://www.youtube.com/channel/UCAguZeXOsmQpTVGbXj6-KwA Beste Grüße Ihr Urban Mining-Team.

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